In Tokio schwanken die Hochhäuser

Ein Erdbeben der Stärke 6,5 erschütterte 600 Kilometer südlich der japanischen Hauptstadt die Erde. Eine Tsunami-Gefahr bestehe laut Behörden nicht. Auch in Fukushima bebte es.

Am Morgen zitterte die Erde: Das Zentrum von Tokio. (Archivbild)

Am Morgen zitterte die Erde: Das Zentrum von Tokio. (Archivbild) Bild: Reuters

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Ein Erdbeben der Stärke 6,5 hat am Mittwochmorgen Japan erschüttert. Es war auch in der Hauptstadt Tokio zu spüren. Berichte über Schäden oder Opfer lagen nicht vor. Wie das Meteorologische Amt mitteilte, hatte das Beben sein Zentrum rund 600 Kilometer südlich von Tokio vor der Küste bei der Insel Izu. Der japanische Wetterdienst teilte mit, dass trotz der Stärke des Bebens keine Tsunami-Gefahr bestehe.

In Tokio schwankten die Häuser, einige Züge wurden wegen des Bebens vorsorglich gestoppt. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte hatte das Beben eine Stärke von 6,5, sein Zentrum lag demnach in rund 400 Kilometern Tiefe.

Auch Fukushima erschüttert

Auch der Nordosten, der vor zweieinhalb Jahren von einem schweren Erdbeben und Tsunami mit rund 20'000 Toten heimgesucht worden war, wurde erschüttert. Berichte über Opfer oder Schäden gab es jedoch auch hier zunächst nicht.

Unabhängig davon gab die Atomaufsicht (NRA) am Mittwoch bekannt, dass die radioaktive Strahlung um die kontaminierten Wassertanks am japanischen Katastrophen-AKW Fukushima abermals massiv angestiegen sei. Sie habe sich um mehr als 20 Prozent auf den neuen Höchstwert von 2200 Millisievert verstärkt.

Erst am Samstag war die Strahlung auf 1800 Millisievert gestiegen – eine Dosis, die einen ungeschützten Menschen innerhalb weniger Stunden tötet. Die Behälter fangen kontaminiertes Wasser aus den vor zwei Jahren havarierten Reaktoren auf.

Warnstufe angehoben

Nachdem im vergangenen Monat hochradioaktives Wasser aus einem der hastig zusammengebauten Tanks ausgelaufen war, hob die NRA die Warnung auf Stufe drei von insgesamt sieben auf der internationalen Störfall-Skala an.

Es war das erste Mal seit der Kernschmelze nach dem Erdbeben und Tsunami im März 2011, dass Japan eine derartige Warnung ausgab. Die Regierung will nun mit Massnahmen für umgerechnet 360 Millionen Euro die Lecks schliessen, verseuchtes Wasser auffangen und die Strahlenbelastung verringern.

Im März 2011 hatte ein verheerendes Beben der Stärke 9,0 einen Tsunami ausgelöst, der mehr als 18'000 Menschen vor allem im Nordosten Japans das Leben kostete und die Küste verwüstete. Im Atomkraftwerk Fukushima kam es in drei der Reaktoren zu einer Kernschmelze. (chk/AP/AFP/sda)

Erstellt: 04.09.2013, 04:22 Uhr

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