In der Schweiz ist es zu trocken

In mehreren Kantonen herrscht erhebliche bis grosse Waldbrandgefahr. Das dürfte sich so schnell nicht ändern.

Im Berner Bremgartenwald ist am Montagnachmittag ein Feuer ausgebrochen.

Im Berner Bremgartenwald ist am Montagnachmittag ein Feuer ausgebrochen. Bild: Adrian Moser

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In vielen Gebieten in der Schweiz gilt derzeit im Freien absolutes Feuerverbot. In den letzten Tagen ist es bereits zu mehreren Flurbränden in den Kantonen Baselland, Bern Solothurn und Graubünden gekommen. Grund dafür dürften unter anderem unvorsichtiger Umgang mit Raucherwaren oder unvollständig gelöschte Grillfeuer sein, schreibt die Solothurner Polizei.

Zwar erwartet Roger Perret, Meteorologe bei Meteonews, in der Nacht besonders in den Voralpen einige Schauer. «Das ist jedoch nur ein Tropfen auf den heissen Stein», wie er gegenüber 20 Minuten sagt. Auch im Flachland seien geringe Niederschlagsmengen möglich.

Zu wenig Niederschlag

Im Raum Basel hat es im vergangenen Winter so wenig geregnet wie seit mehr als 40 Jahren nicht mehr. Seit dem vergangenen Dezember und bis im März wurden gerade einmal 107 Millimeter Niederschlag registriert.

Das waren so wenig wie nie mehr seit dem Winter 1975/76, als es in Basel 90 Millimeter Regen ab, wie es bei der Abteilung Klima von Meteoschweiz hiess. Beinahe ebenso trocken sei es nur noch im Winter 1928/29 gewesen.

Das Amt beider Basel hatte erst in der vergangenen Woche auf die mit der Trockenheit verbundene Waldbrandgefahr hingewiesen. Noch vorhandene Altgrasbüschel, trockenes Herbstlaub und Totholz schafften günstige Voraussetzungen für das Entstehen und die Ausbreitung von Brandherden.

Wenig Regen in Schaffhausen und Winterthur

In der Nähe von Muttenz BL brannte am Sonntagabend in einem beliebten Ausflugsgebiet ein Stück Wald. Die Feuerwehr hatte den Brand auf einer Fläche von 50 auf 50 Metern rasch unter Kontrolle. Eine Woche davor hatte bei Häfelfingen BL trockenes Wiesland zu brennen angefangen.

Am Montagnachmittag geriet ein Waldstück im Berner Bremgartenwald in Brand. Die Ursache der Brände ist nicht bekannt.

Auch in Schaffhausen war der vergangene Winter mit 134 Millimetern Niederschlag vergleichsweise trocken. Und auch dort brachte in den vergangenen Jahrzehnten lediglich der Winter 1975/76 mit 108 Millimeter weniger Niederschlag.

Die Abteilung Klima von Meteoschweiz nennt noch andere trockene Standorte. In Winterthur und auch in Neuenburg war der Winter vor 25 Jahren letztmals ähnlich niederschlagsarm. 1992/93 fielen in den beiden Städten 182 respektive 150 Millimeter Nass. In diesem Winter waren es in Winterthur wieder 182 und in Neuenburg 156 Millimeter.

Grösste Waldbrandgefahr im Süden

Am höchsten ist die Waldbrandgefahr indes im Kanton Tessin sowie in den Bündner Südtälern. Sie ist dort sehr gross – das entspricht der vierten von fünf Gefahrenstufen, wie der Webseite naturgefahren.ch des Bundes zu entnehmen ist. Im Tessin, im Misox, im Bergell und im Puschlav herrscht ein Feuerverbot im Freien.

«Erheblich» ist die Waldbrandgefahr auch in Teilen des Wallis sowie in den meisten Gebieten des Kantons Graubünden. Grillfeuer dürfen dort nur in Feuerstellen entfacht werden, und vor dem Weggehen müssen die Feuer vollständig gelöscht werden.

In Pontresina GR gerieten am Montagmittag aus noch ungeklärten Gründen rund 1600 Quadratmeter Wald in Brand. Die Feuerwehren Pontresina und Samedan konnten den Brand schnell unter Kontrolle bringen. Für die Brandbekämpfung wurde ein Helikopter der Heli Bernina eingesetzt. (ij/sda)

Erstellt: 10.04.2017, 19:53 Uhr

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