Italiens Robinson Crusoe soll Insel verlassen

Seit knapp 30 Jahren lebt Mauro Morandi auf Budelli, einer einsamen Insel vor Sardinien. Die Behörden fordern ihn nun auf, seine Heimat zu verlassen.

Will sein Paradies nicht verlassen: Mauro Morandi. (Bild: Facebook/Mauro Morandi)

Will sein Paradies nicht verlassen: Mauro Morandi. (Bild: Facebook/Mauro Morandi)

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Der moderne Robinson Crusoe will auf seinem Eiland bleiben. Er hat keine Lust auf die moderne Gesellschaft: Mauro Morandi war 1989 mit drei Freunden und seiner Freundin auf dem Weg Richtung Pazifik auf der Mittelmeerinsel Budelli hängen geblieben, wie er dem italienischen Sender Radio 24 am Mittwoch sagte. «Ich wollte dieser Gesellschaft entkommen, die ich nicht mag, und auf einer einsamen Insel im Pazifik leben», so der heute 79-Jährige. «Ich fand mein Polynesien hier.»

Im Januar 2019 werde man den Mann, den die italienischen Medien als modernen Robinson Crusoe beschreiben, zum Verlassen der Insel auffordern, hatte der Chef des Nationalparks La Maddalena, Fabrizio Fonnesu, der Tageszeitung «Corriere della Sera» (Dienstag) gesagt. Man werde aber versuchen, auch in Zukunft mit dem 79-Jährigen zusammenzuarbeiten.

Als Hüter auf der Insel gelandet

Der ehemalige Sportlehrer Morandi und seine Freunde hatten zunächst die Aufgaben des Inselhüters übernommen, der von Budelli wegwollte. Zwei der Freunde sowie seine Freundin hatten die Insel bald wieder verlassen. Der dritte Freund blieb, starb aber 1993. Im Jahr 2014 wurde die Insel Budelli dann Teil des Nationalparks der Inselgruppe La Maddalena.

Auf Facebook schrieb Morandi am Dienstag, er habe noch keinen Räumungsbescheid erhalten. Doch habe er keine Absicht, in seine Heimatstadt Modena im Norden Italiens zurückzukehren. «Meine Tage mit Kartenspielen im Café oder im Kegelclub zu verbringen, das ist nichts für mich», sagte Morandi der Zeitung «Il Resto del Carlino». (nag/sda)

Erstellt: 28.11.2018, 17:28 Uhr

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