Kachelmann und seine Ex-Geliebte bleiben hart

Im Prozess um Schadenersatz für den Schweizer Wettermoderator Jörg Kachelmann von seiner Ex-Partnerin ist eine gütliche Einigung endgültig gescheitert. Der Zivilprozess in Frankfurt wird im Juni fortgesetzt.

War selbst nicht vor Ort: Jörg Kachelmann.

War selbst nicht vor Ort: Jörg Kachelmann. Bild: Keystone

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Eine rund einstündige Verhandlung in Frankfurt zwischen den Parteien Kachelmann und seiner ehemaligen Partnerin ist heute erfolglos zu Ende gegangen. Der Prozess wird vor dem Landgerichtz am 26. Juni fortgesetzt.

Das sagte der Vorsitzende Richter Richard Kästner heute nach einer rund einstündigen Verhandlung hinter verschlossenen Türen. Kästner hatte Zuhörer und Journalisten nach wenigen Minuten ausgeschlossen. Allerdings war der Ansturm diesmal eher gering.

Der Schweizer Wettermoderator selbst war aus Termingründen verhindert. Seine Anwälte Johann Schwenn und Ann Marie Welker vertraten ihn. Kachelmanns Ex-Freundin erschien in Begleitung ihres Anwalts Manfred Zipper. Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierte etwa ein Dutzend Frauen gegen eine «Vergewaltigungs-Kultur».

Kachelmann verlangt in dem Zivilprozess mehr als 13'000 Euro für Sachverständigengutachten, mit denen er sich im Strafprozess gegen den Vorwurf der Vergewaltigung verteidigt hatte. Das Strafverfahren endete 2011 mit einem Freispruch vor dem Landgericht Mannheim. Das Gericht war nicht von Kachelmanns Schuld überzeugt und urteilte nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten».

Ein erster Gütetermin in dem Zivilverfahren um Schadenersatz vor dem Frankfurter Landgericht war Ende Oktober gescheitert. Anders als in seinem Strafprozess muss Kachelmann nun beweisen, dass seine Ex-Freundin gelogen hat.

Nach Darstellung von Anwalt Zipper standen auch am Mittwoch die Forderungen beider Seiten unvereinbar gegenüber. «Kachelmann möchte unbedingt, dass der Vorwurf der Vergewaltigung zurückgenommen werden soll», sagte Zipper. Dies habe seine Mandantin zurückgewiesen.

Sie habe erreichen wollen, dass er sich von seinen Schadenersatzforderungen distanziert. Beide Seiten seien bei ihren Positionen geblieben, so dass das Verfahren nun seinen normalen Gang nehme. Kachelmanns Anwälte äusserten sich nicht. (wid/sda)

Erstellt: 30.01.2013, 17:00 Uhr

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