Kachelmann verliert Schadenersatz-Prozess

Jörg Kachelmann beschuldigt seine Ex-Geliebte, im Prozess gegen ihn gelogen zu haben. Sie habe ihn ins Gefängnis bringen wollen. Deshalb verklagte er sie auf Ersatz der Gutachterkosten. Vergeblich.

Blitzte am Landgericht Frankfurt ab: Jörg Kachelmann.

Blitzte am Landgericht Frankfurt ab: Jörg Kachelmann. Bild: Keystone

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Der Wettermoderator Jörg Kachelmann hat nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung nun den von ihm geführten Schadenersatzprozess gegen seine Ex-Freundin verloren. Es habe nicht festgestellt werden können, dass seine frühere Geliebte «wissentlich falsch» behauptet habe, sie sei von Kachelmann vergewaltigt worden, entschied das Landgericht Frankfurt am Main.

Kachelmann hatte von der Frau 13'352 Euro Schadenersatz gefordert. Diese Summe bezieht sich auf Gutachterkosten, die die Verteidigung des Wettermoderators während dessen Untersuchungshaft aufgewendet hatte. In solchen Zivilverfahren liegt die Beweislast beim Kläger: Kachelmann musste also beweisen, dass seine Ex-Freundin gegen ihn falsche Anschuldigungen erhoben hat. Dies ist ihm nicht gelungen.

Keine «tragfähigen Beweise»

Das Landgericht Mannheim hatte Kachelmann im Mai 2011 freigesprochen, dabei jedoch auf den Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten» verwiesen. Es gebe keine «tragfähigen Beweise», dass Kachelmann im Februar 2010 seine Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt habe, hiess es damals in der Urteilsbegründung.

Den Frankfurter Richtern zufolge blieb damals ungeklärt, ob die Ex-Geliebte tatsächlich gelogen oder die Wahrheit gesagt hat, oder ob sie aufgrund von Autosuggestion «objektiv falsche Angaben gemacht hat, die sie subjektiv jedoch als zutreffend empfinden musste». Dies habe das Mannheimer Gericht zu der Feststellung veranlasst, dass der Nachweis, die Frau habe bewusst falsch ausgesagt, nicht geführt worden sei.

Auch in dem Zivilstreit habe die Anhörung beider Seiten zu keinen besseren Erkenntnissen geführt. «Beide Parteien haben für das Gericht – aus dem jeweiligen Blickwinkel heraus auch für sich nachvollziehbar – ihre Sicht des Vorfalls dargelegt», hiess es nun in der mündlichen Urteilsbegründung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (kpn/sda)

Erstellt: 23.12.2013, 15:18 Uhr

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