Kerstin Cook ist die neue Miss Schweiz

Im Final um das Krönchen der Miss Schweiz gewann Kerstin Cook aus Kriens im Kanton Luzern. Sie siegte vor der Westschweizerin Sabrina Guilloud aus Veyrier und Jennifer Hurschler aus Zürich.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Wettkampf um den Titel im Theater 11 in Zürich-Oerlikon begann mit der Vorstellung der Kandidatinnen, die vom dunklen Hintergrund her vor das Publikum auf die Bühne schritten – begleitet von freundlichem Applaus von den voll besetzten Rängen. Moderator Sven Epiney erläuterte für das TV-Publikum nochmals die Regeln für die Abstimmung per SMS und stellte dann die Jury vor. Den lautesten Beifall bekam dabei Ex-Miss Christa Rigozzi, die das Krönchen im Jahr 2006 errungen hatte.

Gleich im Anschluss begann die Präsentation der Kandidatinnen mit Videoclips. Alle junge Damen stellten sich vor – mit Alter, Arbeit Hobbys, Freund, beruflichen Erfahrungen, allfälligen Haustieren und natürlich ihren Wünschen für die Zukunft. Nach einer Dreiviertelstunde der erste Auftritt in sommerlichem Outfit: Während sich die schönen Frauen im Bikini oder Badeanzug sowie einem Tüchlein präsentierten, versuchte Epiney, mit Smalltalk und strahlender Miene für eine lockere Atmosphäre zu sorgen.

Mutprobe beim Blick in den Abgrund

Gleichwohl mussten die Kandidatinnen auch sportliche Herausforderungen meistern, wie die nächste Video-Einspielung zeigte: Abseilen vom Berg in einem Klettercamp. Während manche Kandidatinnen problemlos den Mut aufbrachten, erlebte Jennifer Pennisi hier ihr Waterloo. Sie litt an Schwindelgefühlen – und musste die Übung schliesslich auf Anraten des Bergführers abbrechen. Ob das Folgen haben würde? Muss eine Schweizer Miss wirklich auch am Berg bestehen?

Im Anschluss präsentierten sich die zwölf Schweizerinnen wieder live auf der Bühne und zeigten sich modisch vielfältiger: mit eleganten Schrittfolgen in unterschiedlichen Abendkleidern – seit jeher ein wichtiger Bestandteil der Missenkür in der Schweiz.

Zwei Zwischentitel – und der Halbfinal

Die ersten Titel wurden gegen 21:15 Uhr verliehen. Zur «Miss Photogenique» wurde Kerstin Cook erkoren, und Nadine Schüpfer aus Riehen (BS) bekam die Auszeichnung als «Miss Amitié», die von den Kandidatinnen in geheimer Abstimmung ermittelt wurde – als diejenige Frau unter den Schönen, die trotz der Konkurrenz ihre Sozialkompetenz am besten pflegte. Freilich betonte Epiney, dass diese Zwischen-Preise keine Auswirkung auf die Titelchance als Miss Schweiz haben würden.

Dann aber folgte die erste wichtige Entscheidung: die Qualifikation für den Halbfinal. Von den Zwölfen blieben nur sechs im Rennen: Kerstin, Jasmin, Jennifer, Arjeta, Nadine und Sabrina jubelten, während den übrigen nur eine tröstliche Umarmung mit der siegreichen Konkurrentin und der Abschied blieb.

Linda Fäh noch immer mit Lampenfieber

In einem türkisfarbenen Kleid erschien schliesslich die scheidende Miss Schweiz, Linda Fäh. Im Gespräch mit Epiney berichtete sie von den Erlebnissen aus ihrem Jahr als Miss Schweiz und bekannte offen, dass sie nicht nur bei ihrer Wahl im vergangenen Jahr nervös war, sondern auch bei ihrem diesjährigen Auftritt. Ihrer Nachfolgerin riet sie, dieses Jahr als Ausnahme zu leben und voll auszukosten.

Spannung im Final um den Titel

Nach einem gelungenen Auftritt von Amy Macdonald, die obendrein ihre Leidenschaft für Schweizer Schokolade bekannte, stieg die Spannung auf den Höhepunkt. Der Titel der schönsten Schweizerin wurde schliesslich Kerstin Cook zuerkannt. Die Auserwählte riss zunächst jubelnd ihre Arme in die Höhe. Doch nachdem Linda Fäh ihr die Krone aufgesetzt hatte, flossen die ersten Tränen – obwohl sie reichlich Bühnenerfahrung hat und seit ihrem 15. Lebensjahr als Model arbeitet. Die 21-jährige studiert ausserdem Biologie im Fernstudium. Seit drei Jahren ist sie mit einem Fussballspieler des FC Luzern liiert.

Den zweiten Rang belegte Sabrina Guilloud aus Veyrier im Kanton Genf. Auf dem dritten Platz landete nach dem Zuschauervotum die Zürcherin Jennifer Hurschler, die ebenfalls die Schlussrunde erreicht hatte. Bei der letzten Prüfung, in der die Finalistinnen auf persönliche Fragen antworten mussten, konnte sie zudem offenbar weniger überzeugen als ihre Konkurrentinnen.

Models und Medien – eine sechsköpfige Jury

Ingesamt zwölf Kandidatinnen aus der gesamten Schweiz stellten sich der Jury, zu der das Model Sarina Arnold gehörte, Grégoire Furrer, Direktor des Montreux Comedy Festival, Chefredaktor Nik Niethammer von der «Schweizer Illustrierten», Ex-Miss Christa Rigozzi und SF-Moderator Sascha Ruefer. Damit auch alles mit rechten Dingen zugeht, übernahm Michel Bögli die «juristische Aufsicht», wie es auf der Miss-Schweiz-Webseite heisst.

Zum ersten Mal kämpften an dieser Wahl nicht 16, sondern nur noch 12 Kandidatinnen um das begehrte Krönchen. Die Zahl sei auf Wunsch des Schweizer Fernsehens reduziert worden, sagte Raffy Locher von der Miss-Schweiz-Organisation auf Anfrage. SF habe die Persönlichkeiten der jungen Frauen besser hervorheben wollen. Weil eine Verlängerung der Sendezeit nicht zur Debatte stand, wurden vier Kandidatinnen weniger ausgewählt.

Kritik an der scheidenden Miss Schweiz

Wie in jedem Jahr wurden auch heuer im Vorfeld Favoritinnen ausgemacht. Für den DJ Mr. Da-Nos war Arjeta Lataj die Favoritin, wie der «Blick am Abend» berichtet hatte, während eine Kosmetikerin namens Zineta Blank eher auf die sportliche Sabrina setzte. Doch Kerstin Cook hatten vor dem Wettbewerb nicht allzu viele Prognostiker auf der Rechnung.

Nach dem ersten Jubel wartet nun ein strenges Jahr auf die Siegerin – inklusive der Aussicht, viel Geld zu verdienen oder sich beissender Kritik auszusetzen. Oder beidem, wie das Beispiel der scheidenden Miss Schweiz zeigt. Linda Fäh war vom allgegenwärtigen TV-Mann Frank Baumann im vergangenen Jahr als «langweilig wie Leitungswasser» bezeichnet. Ein NZZ-Kritiker blieb mit der Bezeichnung als einem «doch stark religiösen Schluck Wasser» zwar im selben Element, doch gleichermassen farblos.

Bienenfleiss statt vieler Fettnäpfchen

Zumal Linda Fäh am Missen-Markt offenbar erfolgreicher war als viele Vorgängerinnen, 480'000 Franken soll sie laut Presseberichten insgesamt verdient haben. Damit rangiert sie auf Platz 2 der Einnahmen-Bestenliste, gleich hinter der diesjährigen Mitjurorin Christa Rigozzi, die sich nicht zuletzt durch sprachliche Holpereien im Werbemarkt etablierte – ähnlich etwa der deutschen Werbesirene Verona Feldbusch. (raa)

Erstellt: 25.09.2010, 19:31 Uhr

Artikel zum Thema

Für einmal Prinzessin

Heute Abend kämpfen wieder zwölf junge Frauen um eine Auszeichnung, die ihnen für ihr Aussehen verliehen wird – und das drei Tage nach der Bundesrätinnen-Wahl. Mehr...

Erfolgsrezept fad

Linda Fäh reicht am Samstag ihr Krönchen weiter. Sie wird als fadeste Miss Schweiz in die Geschichte eingehen. Und gerade dies machte ihren Erfolg aus. Mehr...

Schweiz-Albanerin konkurrenziert Miss Schweiz

In der Nacht zum Dienstag wird in Las Vegas die Miss Universe 2010 gekürt. Laut einer Online-Umfrage hat Miss Schweiz Linda Fäh keine Chance, dafür eine in Zürich lebende Albanerin. Mehr...

Blogs

Mamablog Was Neu-Eltern nie mehr hören wollen

Sweet Home Breiten Sie sich ungeniert aus

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Im Wiederaufbau: Das Sonnenlicht am frühen Morgen scheint auf die Kathedrale Notre-Dame in Paris. (16. September 2019)
(Bild: Ian Langsdon) Mehr...