Killerin von Bankier Stern erhält Freiheit zurück

Die Frau, die vor fünf Jahren den Bankier Edouard Stern erschossen hat, wird vorzeitig aus der Haft entlassen. Der Fall um den prominenten Bankier hatte für grosses Aufsehen gesorgt.

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Die Affäre begann bei einem Diner im November 2001 und endete mit einem Blutbad . Das Opfer war der französische Bankier Edouard Stern, die Täterin die heute 41-jährige Geliebte Cécile B. Beim Prozess im Juni des letzten Jahres hatte die Frau zugegeben, den prominenten Bankier während sadomasochistischer Sexspiele erschossen zu haben. Das Genfer Geschworenengericht verurteilte sie wegen vorsätzlicher Tötung zu acht Jahren und sechs Monaten Gefängnis.

Jetzt – nach zwei Dritteln der Strafe – kommt Cécile B. wieder frei. Dank guter Führung kann die Frau vorzeitig aus der Haft entlassen werden, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin» unter Berufung auf den Anwalt der Frau berichtet. Der genaue Zeitpunkt der Haftentlassung wird nicht bekannt gegeben, um einen Medienansturm zu verhindern. Der Fall hatte eine riesige mediale Öffentlichkeit gefunden. Klar ist nur, dass die 41-Jährige diesen Monat auf freien Fuss kommt. Für den Rest der Freiheitsstrafe bis September 2003 gewährt die Genfer Justiz den bedingten Vollzug.

«Obwohl sie sich im Gefängnis gefangen hat, wird sie immer von diesem Drama gezeichnet sein», sagt der Rechtsanwalt von Cécile B. Sie wolle weit weg von der Öffentlichkeit ein neues Leben beginnen, im Umfeld von Familie und Bekannten in Frankreich. «Und sie will sich wieder ihrer Leidenschaft, der Malerei, widmen.»

«Ein guter Lohn für eine Hure»

Der Tat war eine mehrjährige konfliktreiche Beziehung vorausgegangen. Wiederholt verhielt sich der schwerreiche Bankier gegenüber seiner Geliebten grausam. Heissen Liebesbezeugungen folgten schmerzhafte Demütigungen und umgekehrt. Trotz mehrmaligem Abbruch der Beziehung kehrten die beiden immer wieder zueinander zurück. So auch im Februar 2005, als es zu einem Streit um eine Million Dollar kam. Die Frau, die eine schwierige Kindheit erlebt hatte, verlangte die Heirat oder zumindest die finanzielle Unabhängigkeit. Der Bankier wollte von beidem nichts wissen.

Schliesslich überwies er Cécile B. die Million doch als Liebesbeweis, erwartete aber – ebenfalls als Liebesbeweis – die sofortige Rückzahlung. Als sie ausblieb, liess er das Geld gerichtlich blockieren. Am Tatabend warf Stern der Frau an den Kopf, dass dies ein «guter Lohn für eine Hure ist», worauf sie zur Waffe griff und schoss. (vin)

Erstellt: 02.11.2010, 15:23 Uhr

Eine fatale Beziehung: Edouard Stern...

...und seine Geliebte Cécile B.

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