Kinder in Fukushima werden immer dicker

Die Atomkatastrophe wirkt sich offenbar negativ auf den Körperbau der Jüngsten in der Präfektur Fukushima aus. Das hat jedoch nur indirekt etwas mit der erhöhten Strahlung zu tun.

Leben zunehmend ungesund: Bewohner der Präfektur Fukushima. (Archivbild)

Leben zunehmend ungesund: Bewohner der Präfektur Fukushima. (Archivbild) Bild: AFP

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Kinder in der japanischen Präfektur Fukushima werden immer dicker, weil sie aus Furcht vor radioaktiver Strahlung zu wenig Sport an der frischen Luft treiben. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Dienstag veröffentlichter Bericht des Erziehungsministeriums.

Für die Untersuchung wurden landesweit Grösse und Gewicht von 700'000 Kindern im Alter zwischen fünf und 17 Jahren verglichen. In sieben der 13 Altersgruppen wies Fukushima in diesem Jahr die höchste Zahl an fettleibigen Kindern auf – im Jahr vor der Atomkatastrophe im März 2011 hatte die Präfektur nur bei den Zehntklässlern an der Spitze gelegen.

Weniger Aktivitäten im Freien

«Weil nach dem Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zahlreiche Aktivitäten im Freien eingeschränkt wurden, hat der Sport in der Präfektur deutlich abgenommen», sagte ein Ministeriumsvertreter vor Journalisten. Davon betroffen seien vor allem Grundschulkinder. Nach der Katastrophe hatten 449 und damit mehr als die Hälfte der Schulen von Fukushima nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo die meisten ihrer Freiluftaktivitäten eingestellt. Im vergangenen September galten die Beschränkungen immerhin noch in 71 Schulen.

Im März 2011 hatten ein schweres Erdbeben und ein anschliessender Tsunami Japans Nordostküste erschüttert, fast 19'000 Menschen kamen ums Leben. Die Naturkatastrophe führte zur Kernschmelze in der Atomanlage in Fukushima, der folgenschwersten Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986. (ses/AFP)

Erstellt: 26.12.2012, 20:51 Uhr

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