Ku-Klux-Klan in Schwyz beschäftigt nun die Staatsanwaltschaft

Anlässlich der Schwyzer Fasnacht waren mehrere Personen in weissen Kutten mit Fackeln durch den Ort gezogen. Dies hat jetzt eine Strafuntersuchung zur Folge.

Den Güdelmontag missbraucht: Zwölf 18- bis 30-jährige Schweizer während ihres Fackelzuges. (4. März 2019) Bild: Leserreporter 20 Minuten

Den Güdelmontag missbraucht: Zwölf 18- bis 30-jährige Schweizer während ihres Fackelzuges. (4. März 2019) Bild: Leserreporter 20 Minuten

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Der Fasnachtsauftritt einer Gruppe in weissen Kutten des rassistischen Ku-Klux-Klan in Schwyz beschäftigt nun die Staatsanwaltschaft. Sie führt eine Strafuntersuchung wegen Rassendiskriminierung gegen 13 Personen.

Die Schwyzer Kantonspolizei hatte nach dem Auftritt im März zwölf 18- bis 30-jährige Schweizer aus dem Bezirk Schwyz ermittelt und einvernommen. Von der Untersuchung ist eine weitere Person betroffen.

Alle gaben die Teilnahme am Auftritt zu. Aufgrund des Polizeirapportes habe die Staatsanwaltschaft Innerschwyz eine Strafuntersuchung eingeleitet, bestätigte die leitende Staatsanwältin Franziska Steiner auf Anfrage einen Bericht der Zeitung «Bote der Urschweiz» vom Mittwoch.

Man prüfe nun, ob weitere Beweise erhoben werden. Ob es zur Anklage kommt oder das Verfahren eingestellt wird, zeige sich erst nach Abschluss der Strafuntersuchung. Dann werde man weiter informieren.

Anlässlich der Schwyzer Fasnacht waren mehrere Personen in weissen Kutten mit Fackeln als Ku-Klux-Klan durch den Ort gezogen. Vom Vorfall existiert Bild- und Videomaterial.

Kundgebung gegen Rassismus

Als Folge des Vorfalls hatte im April das Bündnis Buntes Schwyz zu einer Kundgebung gegen Rassismus aufgerufen, zu der mehrere hundert Personen kamen. Laut dem Bündnis klauten Unbekannte am Rande der Veranstaltung Transparente und Schilder. Eines davon sei in einem Video im Internet aufgetaucht, wo es von mutmasslich Rechtsextremen verbrannt wurde. Die Polizei nahm Ermittlungen auf.

Der rassistische Ku-Klux-Klan wurde in seiner ursprünglichen Form 1865 im US-Bundesstaat Tennessee gegründet. Mit Morden an Afroamerikanern und Attentaten auf Politiker kämpfte der Geheimbund gegen die Abschaffung der Sklaverei. Bei nächtlichen Überfällen trugen Mitglieder weisse Kutten mit Kapuzen und verbreiteten mit brennenden Kreuzen Angst und Schrecken. (nag/sda)

Erstellt: 15.05.2019, 11:57 Uhr

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