Lawinen begraben Dutzende Menschen

Während eines Wintersturms gingen mehrere Lawinen im Nordosten Afghanistans nieder und rissen dabei mindestens 124 Menschen in den Tod.

Bis zu 600 Familien betroffen: Das Lawinenunglück ist eines der schwersten der letzten 30 Jahre.


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Ein schwerer Wintersturm hat im Nordosten Afghanistans mehrere Lawinen ausgelöst und vermutlich mindestens 124 Menschen das Leben gekostet.

In den vier betroffenen Provinzen suchten Rettungskräfte zum Teil mit blossen Händen oder Schaufeln nach Überlebenden, wie der Gouverneur der am schlimmsten betroffenen Provinz Pandschschir, Abdul Rahman Kabiri, mitteilte. Ein Sprecher des Katastrophenschutzes rechnete mit steigenden Opferzahlen.

Mindestens 100 Häuser betroffen

Allein im Pandschschir-Tal rund 100 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Kabul wurden mindestens 100 Häuser von den Schneemassen zerstört oder beschädigt, sagte der stellvertretende Direktor des Katastrophenschutzes, Mohammed Aslam Sias.

Überlebende aus dem im Tal gelegenen Distrikt Dara sagten, bis zu 600 Familien seien von den Lawinen betroffen. Andere berichteten der Nachrichtenagentur AP, Menschen seien in den von Schneemassen verschütteten Häusern eingeschlossen.

Die heftigen Schneestürme, die am frühen Dienstag begonnen hatten, sorgten stellenweise für fast einen Meter hohen Schnee. Sie behinderten am Mittwoch die Rettungsarbeiten, umgestürzte Bäumen blockierten zudem Strassen. Die Suche nach Opfern und Überlebenden sollte am Donnerstag nach Sonnenaufgang weitergehen, teilte der Polizeichef von Pandschschir, General Abdul Asis Ghirat mit.

Lawinen sind im gebirgigen Norden des Landes nicht unüblich. Allerdings war der Winter bisher milde und überwiegend trocken gewesen. (pst/sda)

Erstellt: 25.02.2015, 14:54 Uhr

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