Libby Lane ist erste Bischöfin der anglikanischen Kirche von England

Der britische Premierminister David Cameron würdigte die Ernennung als «historischen» Moment.

«Das ist eine unerwartete Freude für mich»: Libby Lane. (17. Dezember 2014)

«Das ist eine unerwartete Freude für mich»: Libby Lane. (17. Dezember 2014) Bild: Phil Noble /Reuters

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Die anglikanische Kirche von England hat erstmals eine Frau zur Bischöfin ernannt. Einen Monat nach der Verabschiedung einer historischen Reform wurde die Vikarin Libby Lane zur Bischöfin von Stockport im Nordwesten des Landes berufen. Es ist ein ausserordentlicher Tag für mich und (...) auch ein historischer Tag für die Kirche», sagte Lane. «Es ist eine unerwartete Freude für mich, heute hier zu sein», fügte sie hinzu. Sie sei «geehrt und dankbar» - und auch «aufgeregt (...), dass man mir ein solches Amt anvertraut hat».

In ihrer ersten Amtshandlung als Bischöfin setzte Lane eine Schweigeminute für die Opfer des Taliban-Angriffs auf eine pakistanische Schule an. Bei dem Überfall am Vortag waren mehr als 140 Menschen ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Schüler.

Grossbritanniens Premierminister David Cameron begrüsste die Ernennung Lanes als «historisch». Die Personalie sei bereits von Königin Elizabeth II., dem Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, bestätigt worden. Sie sei «ein wichtiger Schritt der Kirche in Richtung mehr Gleichberechtigung in ihren höheren Rängen». Die Regierung werde noch diese Woche eine Gesetzesänderung einbringen, wonach künftig auch Bischöfinnen - wie einige ihrer männlichen Kollegen - Mitglied des Oberhauses werden können.

«Kanon 33» öffnet Amt den Frauen

Die Generalsynode der anglikanischen Kirche hatte Mitte November der «Kanon 33» genannten Reform zugestimmt, die das Bischofsamt nun auch für Frauen öffnet. Bereits 1992 war das Priesteramt für Frauen zugänglich gemacht worden. Einige anglikanische Kirchen liessen seitdem auch weibliche Bischöfe zu, darunter die Kirchen von Wales, Kanada, Australien und den USA.

In der Kirche von England scheiterte eine entsprechende Reform noch im Jahr 2012 an konservativem Widerstand. Die Anglikaner haben weltweit in mehr als 165 Ländern rund 80 Millionen Anhänger und mit Königin Elisabeth II. ein weibliches Oberhaupt. (thu/sda)

Erstellt: 17.12.2014, 14:24 Uhr

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