Loveparade-Drama: Zeitung hat bereits vor fünf Tagen gewarnt

Das Onlineportal «Der Westen» hat bereits im Vorfeld der Loveparade gewarnt, das Party-Gelände sei für so viele Menschen ungeeignet. Die Schlagzeile zum Artikel lautete: «Loveparade wird zum Tanz auf dem Drahtseil.»

Dieser Artikel wurde am 20. Juli auf der Website publiziert.

Dieser Artikel wurde am 20. Juli auf der Website publiziert. Bild: www.derwesten.de/

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Der Artikel wurde am 20. Juli publiziert. Es heisst dort: «An einem Punkt könnte sich das Mega-Event zum Tanz auf dem Drahtseil entwickeln: In Duisburg werden deutlich mehr Raver erwartet, als auf das Güterbahnhofsgelände passen.»

Die Organisatoren gaben sich aber im Vorfeld sehr optimistisch. Sicherheitschef Wolfgang Rabe wird mit folgenden Worten zitiert: «Die eine Million Besucher wird ja nicht auf einmal, sondern über den Tag verteilt kommen.» Es sei zwar nicht auszuschliessen, dass der Zugang während der zehnstündigen Veranstaltung kurzzeitig gesperrt werden müsse, aber derzeit gehe man nicht davon aus.

Er sagte der Zeitung weiter: «Und wenn der Fall doch eintritt, dann haben wir ganz unterschiedliche Massnahmen, mit denen wir das problemlos steuern können.» Bei den Details wollte er sich nicht in die Karten schauen lassen.

Prophetische Leserkommentare

In einem Leserkommentar zum Beitrag heisst es schon fast prophetisch: «Es gibt nur einen Zugang zum Gelände und der ist unter einer langen Brücke. Was passiert wenn hier Panik ausbricht?» Ein anderer schreibt: «Was für Idioten planen denn so etwas auf diesem Baugelände. Das ist ja Wahnsinn! Passt bitte auf euch auf, das ist echt der Hammer.»

Ein weiterer Eintrag lautet so: «Wenn man so eine Party stemmen will, muss man auch den Platz dafür haben.Was ist das denn für eine Chaosplanug, mir schwant schlimmes.»

Und Benno schreibt in seinem Kommentar unter dem Artikel: «Das hört sich alles andere als sicher an. Wie sollen auf das Gelände 500'000 Menschen passen? Wahrscheinlich werden mehr als eine Million Besucher kommen. Das kann gefährlich werden. Wissen die Verantwortlichen was sie da tun? Wenn in solche Menschenmengen bei dem beschränkten Raum eine unkontrollierte Bewegung entsteht, dann gibt es viele Tote und Verletzte.» (bru)

Erstellt: 25.07.2010, 13:03 Uhr

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