Erschossener Freund belastet Tsarnaev wegen Dreifachmord

Der Bekannte von Tamerlan Tsarnaev, der bei einer FBI-Befragung erschossen wurde, soll vor seinem Tod ein Geständnis abgelegt haben. Demnach waren er und der Boston-Attentäter in einen Mord verwickelt.

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Der von einem FBI-Agenten erschossene Bekannte von Tamerlan Tsarnaev hat Medienberichten zufolge vor seinem Tod offenbar sich selbst und den mutmasslichen Boston-Attentäter schwer belastet. Ibragim Todaschew habe gerade ein Geständnis über die Verwicklung der beiden in einen Dreifachmord unterschreiben wollen, als er den Beamten am Mittwoch mit einem Messer attackierte, berichteten US-Medien unter Berufung auf Ermittler. Todaschew habe ein mündliches Geständnis abgelegt, aber «noch nichts unterschrieben», sagte eine Polizeiquelle der «New York Times».

Die bislang ungeklärte Bluttat ereignete sich am zehnten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 im Bostoner Vorort Waltham. Dem örtlichen Sender WESH zufolge sollen Todaschew und Zarnajew damals drei Männer im Alter zwischen 25 und 37 Jahren umgebracht haben, nachdem sie ihnen Drogen abgenommen hatten – offenbar aus Angst, später identifiziert zu werden. Als die Leichen gefunden wurden, waren sie mit Marihuana und tausenden Dollar Bargeld bedeckt. US-Medien zufolge hatten sich die beiden mutmasslichen Täter vor einigen Jahren über den Kampfsport kennengelernt, als Todaschew noch in Boston lebte.

Beamte handelte aus Notwehr

Nach Angaben des FBI handelte der Beamte am Mittwoch aus Notwehr, weil der Befragte gewalttätig geworden sei. Der Bundespolizist selbst sei bei der Auseinandersetzung «nicht lebensbedrohlich» verletzt worden.

Tamerlan Tsarnaev und sein jüngerer Bruder Dzhokhar sollen Mitte April den Anschlag auf den Boston-Marathon verübt haben. Bei dem Attentat kamen drei Menschen ums Leben, mehr als 260 wurden verletzt. Tamerlan wurde wenige Tage später bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei getötet, sein Bruder wurde schwer verletzt festgenommen. Dzhokhar Tsarnaev wird unter anderem der Gebrauch von Massenvernichtungswaffen vorgeworfen, weshalb ihm im Falle einer Verurteilung die Todesstrafe droht. Eine erste Anhörung ist für den 2. Juli angesetzt. Es wäre Tsarnaevs erster öffentlicher Auftritt seit den Anschlägen. (sam/AFP)

Erstellt: 22.05.2013, 16:44 Uhr

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