Neue Bilder zeigen Verwüstung durch Sturm Uwe

Im Kanton St. Gallen traf der Sturm die Ortschaft Montlingen besonders stark. Einzelne Häuser sind nicht mehr bewohnbar.

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Sturmtief Uwe hat der Schweiz einen stürmischen Sonntag beschwert. Eine Kaltfront hat kräftige Winde und dahinter am Abend eine Abkühlung gebracht. Auf Gipfeln im Westen wurden Böen von über 130 Stundenkilometern gemessen.

Die höchsten Windgeschwindigkeiten gab es auf dem Waadtländer Gipfel La Dôle mit 133 km/h und auf dem Juragipfel Chasseral mit 137 km/h, wie ein Meteorologe auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Im westlichen Flachland waren die Böen vielerorts zwischen 70 und 90 km/h stark. Die Front sollte im Lauf des Abends über die Schweiz hinwegziehen und eine markante Abkühlung bringen.

Grosser Schaden im Rheintal

Im Kanton St. Gallen hat der Sturm grossen Schaden hinterlassen. Rund 20 Mal mussten die Einsatzkräfte ausrücken. Besonders heftig wütete der Sturm in Montlingen.

Im Quartier Kolbenstein in dem Ort im Rheintal beschädigte Uwe die Dächer von ungefähr 20 Häusern und ebenso die Solaranlagen, wie die St. Galler Kantonspolizei am späten Sonntagabend mitteilte. Zwei Häuser seien mit Sicherheit nicht mehr bewohnbar, so die Polizei.

Im gleichen Quartier wurden zudem acht bis zehn Autos sowie mehrere Gartenhäuschen beschädigt. Das genaue Ausmass des Schadens werde erst bei Tagesanbruch ersichtlich sein, schrieb die Polizei.

In Sennwald, auf der Autobahn A 13, fuhren zwei Autos in einen auf der Fahrbahn liegenden Baum. In mehreren Gemeinden zwischen Gossau und Mels wurden Bauabschrankungen oder Verkehrstafeln umgeweht. Auf Strassen liegende Äste mussten weggeräumt werden. Die Kantonspolizei und mehrere Feuerwehren waren im Einsatz.

Flüge umgeleitet

Am Flughafen Zürich konnten die Flugzeuge wegen der starken Winde nach 17 Uhr nicht mehr starten. «Wir mussten die Starts für rund zehn Minuten komplett unterbrechen», sagt Sprecherin Stephanie Creuzburg auf Anfrage dieser Zeitung. Inzwischen sei die Lage wieder ruhig.

Turbulente Landungen: Wegen des Sturmtiefs Uwe mussten in Zürich und Basel mehrere Flugzeuge durchstarten. Video: Leser-Reporter

Der Sturm war kurz und intensiv, so Creuzburg. Landungen seien jederzeit möglich gewesen. Allerdings mussten drei Flugzeuge durchstarten. Eines davon sei nach Stuttgart umgeleitet worden. Zu Annulationen kam es nicht. Auch die Verspätungen hielten sich in Grenzen. Vom zehnminütigen Unterbruch waren nur «eine Handvoll Flüge» betroffen, so Creuzburg.

Flugverkehr in Basel gestört

Auch am Euro-Airport Basel-Mülhausen störte das Sturmtief den Flugverkehr. Die Böen hätten am Nachmittag bis zu 122 km/h erreicht, teilte der Flughafen am Abend mit. Zehn ankommende Flüge hätten umgeleitet werden müssen, nach Frankfurt, Lyon, Baden-Baden, Zürich, Stuttgart, Mailand und Friedrichshafen.

Auch am Euro-Airport in Basel mussten Flugzeuge durchstarten. Video: Leserreporter

14 ankommende oder startende Flüge wurden annulliert. Drei Maschinen konnten am Euro-Airport landen, nachdem sie durchgestartet waren. Ein weiteres Flugzeug wurde nach dem Durchstarten umgeleitet und eine Maschine nach sogar zwei Durchstarts an einen anderen Flughafen verwiesen.

Baum stürzt auf Autobahn

Meldungen über Verletzte gab es bis zum frühen Abend nicht. Die Kantonspolizei Bern erhielt bis dahin rund 25 Meldungen, wie eine Sprecherin auf Anfrage von Keystone-SDA sagte. Die meisten kamen aus dem Berner Jura und aus dem Oberland. Im Jura störten die Winde auch den Bahnverkehr.

Glimpflich ging ein Zwischenfall auf der A 6 in Heimberg bei Thun im Berner Oberland aus. Eine Tanne stürzte auf die Fahrbahn und touchierte ein Fahrzeug. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.

In Basel-Stadt hielten die Winde die Feuerwehr auf Trab. Die Polizei vermeldete rund ein Dutzend Einsätze wegen umgestürzter Bäume, abgerissener Äste und heruntergefallener Dachziegel. Gemäss einer Twittermeldung des baselstädtischen Justiz- und Sicherheitsdepartements war der ganze Kanton betroffen.

Im Kanton Solothurn war vor allem das Schwarzbubenland vom Sturm betroffen, wie die dortige Polizei meldete. Bis 17 Uhr seien 30 Meldungen eingegangen über umgestürzte Bäume und Baustellenschranken sowie Ziegel, die von Dächern geweht wurden. (red/sda)

Erstellt: 10.02.2019, 19:05 Uhr

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