Mindestens 140 Tote bei schwerem Zugunglück in Indien

Im Bundesstaat Uttar Pradesh ist ein Expresszug entgleist. Dabei sind 14 Waggons von den Gleisen gestürzt.

Die Reisenden wurden im Schlaf überrascht: Entgleister Zug in der Nähe der nordindischen Ortschaft Pukhrayan. Video: Tamedia/AFP

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Nach dem schweren Zugunglück im Norden Indiens ist die Opferzahl auf 142 gestiegen. Die Rettungskräfte befürchteten noch zahlreiche weitere Tote in dem Wrack des entgleisten Passagierzugs. «Die tatsächliche Zahl der Toten wird noch höher sein, und es wird eine schwierige Aufgabe, alle Opfer zu identifizieren», sagte ein Regierungsvertreter.

Der Personenzug mit 14 Waggons war nach Behördenangaben am frühen Sonntagmorgen in der Nähe des Dorfes Pukhrayan im Unionsland Uttar Pradesh entgleist. Mehrere Wagen verkeilten sich ineinander und stürzten um. Mediziner leisteten Erste Hilfe. Die schwerer Verletzten wurden in Krankenhäuser in der nahe gelegenen Industriestadt Kanpur gebracht. Kräne hievten die Wagen von der Unglücksstelle.

Unfallursache noch unklar

Polizeidirektor Chaudhary sagte, die Rettungstrupps hätten sich noch nicht zu allen Waggons durchgekämpft. Bei einigen bestehe die Gefahr, dass sie umkippten. «Da drin sind Menschen eingeschlossen. Wir sind sehr vorsichtig bei der Verwendung der Schneidbrenner», sagte er.

Viele Passagiere des Nachtzuges wurden im Schlaf von dem Unglück überrascht. Der Zug habe plötzlich scharf gebremst, berichtete der Reisende Satish Kumar. «Er fuhr wieder los und dann hörten wir den Aufprall. Als wir aus dem Zug kamen, sahen wir, dass einige Waggons umgefallen waren», sagte Kumar.

Unfälle sind keine Seltenheit

Ministerpräsident Narendra Modi twitterte, ihm fehlten angesichts des Schmerzes über den Tod so vieler Menschen die Worte.

Knapur ist eine wichtige Eisenbahnkreuzung. Hier fahren täglich Hunderte Züge durch. Zugunfälle kommen in Indien relativ häufig vor, weil das Schienennetz zwar weit verzweigt, aber veraltet ist. Moderne Signalanlagen und Kommunikationssysteme fehlen. (foa/AFP)

Erstellt: 20.11.2016, 04:56 Uhr

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