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Mit Sommerpneus in den Kurzwinter

Schon wieder Schnee bis ins Flachland. Doch bei diesem Wintereinbruch sind viele Autos bereits auf Sommerpneus umgerüstet. Sollen wir die Winterpneus besser gar nicht mehr abmontieren?

Dieses Wochenende könnte es ähnlich aussehen: Autos fahren in Genf auf einer schneebedeckten Strasse. (15. Januar 2013)

Dieses Wochenende könnte es ähnlich aussehen: Autos fahren in Genf auf einer schneebedeckten Strasse. (15. Januar 2013) Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone

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Als hätten wir in Mitteleuropa nicht schon genug unter dem langen Winter und schlechten Frühlingsbeginn gelitten, schlägt Frau Holle dieses Wochenende erneut zu: Bis auf 500 Meter soll es wieder schneien. Inzwischen haben wohl sogar Pessimisten die Winterpneus an ihren Autos durch Sommerreifen ersetzt. Was passiert nun mit unseren umgerüsteten Autos, wenn im Flachland wieder Schnee liegt?

«Der TCS empfiehlt, nicht mit Sommerreifen auf Schnee zu fahren», sagt TCS-Sprecher David Venetz. Allenfalls sollte auf das Auto verzichtet werden, denn die Sicherheit habe stets höchste Priorität. Und für den kurzen Wintereinbruch wieder Winterpneus anbringen zu lassen, erscheine angesichts der Kosten und des Aufwands doch eher unverhältnismässig, so Venetz.

«O bis O»-Regel flexibel auslegen

In unseren Breitengraden gilt die ungeschriebene «O bis O»-Regel, wonach die Winterreifen von Oktober bis Ostern montiert sein sollten. Doch man erinnere sich: Seit Ostern Ende März attackierte uns der Winter gleich mehrmals bis ins Flachland. Können wir die Regel nun über den Haufen werfen? Venetz plädiert eher für eine flexible Auslegung. «Diese Regel ist nicht in Stein gemeisselt. Es gilt, den Verstand walten zu lassen.»

Nur: Wenn sich das Wetter jenseits unserer verstandbasierten Erwartung entwickelt, mag der frustrierte Autofahrer dazu geneigt sein, die Winterreifen einfach durchgehend zu benützen. Doch das wird vom TCS nicht empfohlen. «Aufgrund ihrer Beschaffenheit ist der Bremsweg von Winterreifen ausserhalb des Winters länger als bei den Sommerreifen», erklärt Venetz. «Die beiden Pneuarten sind technisch verschiedene Produkte.» Auch von Ganzjahresreifen hält der TCS-Sprecher nicht viel. Sie seien nur ein Kompromiss. Am besten verwende man, ganz den Saisons angepasst, Winter- und Sommerpneus. Dabei sei auf die Profiltiefe zu achten. Gemäss gesetzlicher Vorgabe muss sie bei beiden Pneuarten mindestens 1,6 Millimeter betragen. Der TCS empfiehlt bei den Winterpneus jedoch ein Minimum von 4 Millimetern, bei den Sommerreifen mindestens 3 Millimeter.

Noch einige wintertaugliche Autos

Ebenfalls mit Sommerpneus ausgerüstet ist die Mehrheit der Autos beim Vermieter Europcar Schweiz. Laut Sprecherin Claudia Notter ist man daran, auch die restliche Flotte mit Sommerpneus auszurüsten. Grundsätzlich erhielten Mieter einen auf Sommer umgerüsteten Wagen. «Plant ein Mieter jedoch, dieses Wochenende in die Berge zu fahren, händigen wir ihm ein wintertaugliches Auto aus.» Das angekündigte Weiss werde jedoch kein Anlass sein, Autos wieder mit Winterreifen zu bestücken. Notter erwartet, dass im Mai der Schnee im Flachland nicht lange liegen bleiben wird. Bezüglich steckengebliebener oder wegen Schnee verunfallter Kunden habe man bei Europcar bei den Wintereinbrüchen der letzten Wochen jedenfalls nichts gehört.

Europcar hält sich laut der Sprecherin grundsätzlich an die «O bis O»-Regel. «Das heisst aber nicht, dass nach Ostern sämtliche Fahrzeuge auf einen Schlag umgerüstet sind. Dies geschieht schrittweise über einige Wochen hinweg.»

Erstellt: 24.05.2013, 06:34 Uhr

Regen jagt Schweizer ins sonnige Ausland

«Es ist Ende Mai und immer mehr Schweizer haben jetzt genug», schreibt der Schweizerische Reisebüro-Verband (SRV) in einer Mitteilung. Das andauernd nasskalte Wetter sorge für akutes Reisefieber in der Schweiz, es würden spontane Ferien gebucht. «Viele unserer Mitglieder berichten im Moment von einer markant steigenden Nachfrage für ganz kurzfristige Arrangements», bestätigt SRV-Geschäftsführer Walter Kunz. Ägypten, die Kanaren, Balearen, Griechenland, Zypern und die Türkei seien extrem gefragt – Hauptsache in wärmere Gefilde, wo Sonnenschein garantiert sei.

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