Mysteriöse Anrufer könnten Betrügereien vorbereiten

Die Behörden in den Kantonen der Zentralschweiz, Aargau, Solothurn, Thurgau und Schaffhausen warnen die Bevölkerung vor telefonischen Personenbefragungen.

Befrager geben sich als Behördenvertreter aus: Ein Mann telefoniert. (Archivbild Reuters)

Befrager geben sich als Behördenvertreter aus: Ein Mann telefoniert. (Archivbild Reuters)

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Dubiose Telefonanrufer treiben zurzeit ihr Unwesen. Nachdem am Dienstag in den Kantonen Schaffhausen und Solothurn Unbekannte sich als Mitarbeiter des Statistikamtes ausgegeben und sich nach persönlichen Angaben erkundigt haben, erfolgten am Mittwoch gleiche Telefonanrufe in weiteren Kantonen: Nun warnen auch die Behörden in den Kantonen der Zentralschweiz, Aargau und Thurgau die Bevölkerung. Im Kanton Zürich hat die Kantonspolizei noch keine entsprechenden Anrufe registriert.

Das Vorgehen ist immer das gleiche. Die Anrufer sagen am Telefon, dass ein im Sommer verschickter Fragebogen nicht ausgefüllt und zurückgeschickt worden sei. Die Beantwortung sei obligatorisch, deshalb müsse man telefonisch nachfragen. Die Unbekannten, welche gebrochen Deutsch oder Hochdeutsch sprachen, versuchten am Telefon unter anderem Angaben über die Anzahl Personen im Haushalt, Alter, Einkommen und Ausgaben für Krankenkassen zu erhalten.

Keine offizielle Befragung

«Wir raten davon ab, Auskünfte an fremde Personen zu geben», sagt Adrian Wüest von Statistik Luzern. Man führe zurzeit keine Personenbefragung durch. Wenn Bund oder Kantone eine Befragung durchführen, würden die betroffenen Personen zuerst in einem offiziellen Brief über den Zweck der Befragung und die Dauer des Telefongesprächs informiert. Bei Briefen des Bundesamtes für Statistik sei zudem ein Erkennungscode aufgedruckt, den die befragten Personen vom Telefoninterviewer zur Bestätigung erfragen können.

Der Sinn der Anrufe ist unklar, Fachleute vermuten jedoch einen kriminellen Hintergrund. Laut Dagobert Cahannes, Medienbeauftragter der Solothurner Regierung, könnten die unbekannten Anrufer mit den gezielten Fragen ein Profil der angerufenen Bewohner erstellen, das einer Einbruchsplanung dienen könnte. «Der Verdacht ist zumindest nicht von der Hand zu weisen.» Die Anrufe als solche können nicht als Amtsanmassung qualifiziert werden. Sie sind auch nicht strafbar, solange dadurch kein Schaden angerichtet wird.

Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, glaubt eher an die Variante, dass die Anrufer später in betrügerischer Absicht auf die Aussagen zurückgreifen wollen. Beispielsweise wenn sie von der befragten Person Angaben über ihre Krankenkasse bekommen und später allenfalls versuchen, mit fingierten Aus- oder Rückzahlungen in den Besitz von geschützten Bank- oder Kontoangaben zu kommen. Dass die Antworten für einen potenziellen Einbruch gebraucht werden, hält Wigger eher für unwahrscheinlich. Einbrecher würden meistens spontan ein geeignetes Objekt für einen Einbruch aussuchen. Im Kanton Luzern seien Leute aus allen Regionen angerufen worden. Der Luzerner Polizei wurden rund zwanzig Anrufe gemeldet.

Unabhängig vom Zweck der dubiosen Anrufe empfiehlt die Polizei, fremden Personen am Telefon keine Auskünfte zu geben und sich nicht auf Gespräche mit fremden Personen am Telefon einzulassen.

Erstellt: 02.12.2014, 21:00 Uhr

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