NSU-Mordwaffe soll aus Berner Geschäft stammen

Ein pensionierter Kriminalpolizist aus Luzern hat im NSU-Prozess gegen mutmassliche deutsche Rechtsterroristen in München ausgesagt. Er zeigt mit dem Finger nach Bern.

Neun von zehn der NSU-Mordopfer sollen mit der Waffe des Typs Ceska erschossen worden sein: Die Angeklagte zwischen ihren Anwälten.

Neun von zehn der NSU-Mordopfer sollen mit der Waffe des Typs Ceska erschossen worden sein: Die Angeklagte zwischen ihren Anwälten. Bild: Keystone

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Im NSU-Prozess in München gegen mutmassliche deutsche Rechtsterroristen hat ein pensionierter Schweizer Kriminalpolizist als Zeuge ausgesagt. Der Mann aus Luzern berichtete vor dem Oberlandesgericht München über die Praxis von Schweizer Waffenhändlern, die die Vorschriften nicht korrekt eingehalten hätten, was deutsche Kriminelle ausgenutzt hätten. Namentlich nannte er ein Berner Waffengeschäft, das die NSU-Mordwaffe vom Typ Ceska verkauft haben soll.

Er gehe davon aus, dass dieses Waffengeschäft im Graubereich operierte, sagte der pensionierte Beamte. Der Händler habe illegal beschaffte Waffenerwerbsscheine akzeptiert und verbotenerweise Schalldämpfer verkauft. Auch die «Ceska» war mit einem Schalldämpfer ausgerüstet.

Mit dieser Pistole sollen neun der zehn Mordopfer des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) zwischen 2000 und 2006 erschossen worden sein. Die Luzerner Polizei war auf die Spur des Waffenhändlers gestossen, als sie eine Serie von Wohnungseinbrüchen im Kanton Luzern aufklärte. (wid/sda)

Erstellt: 02.12.2014, 15:06 Uhr

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