«Wir sind hier, um mit Worten zu kämpfen, nicht mit Fäusten»

Bundesrätin Micheline Calmy-Rey kritisierte in ihrer Rede auf dem Albisgüetli die Attacke auf SVP-Nationalrat Hans Fehr. Die Polizei hatte ein Grossaufgebot zu der Tagung geschickt.

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«So geht es nicht!», empörte sich Micheline Calmy-Rey über die linken Chaoten, die vor dem Albisgüetli SVP-Nationalrat Hans Fehr zusammengeschlagen hatten. «Wir sind hier, um mit Worten zu kämpfen, nicht mit den Fäusten.» Die Bemerkung wurde mit grossem Applaus quittiert.

Auch die anwesenden SVP-Politiker äusserten im Albisgüetli ihren Unmut über den Angriff: «Es ist unverständlich, dass die Polizei die Sicherheit nicht garantieren konnte», sagte etwa SVP-Bundesrat Ueli Maurer.

Vor der gestrigen Albisgüetli-Tagung hatten Linksautonome SVP-Nationalrat Hans Fehr auf dem Weg ins Schützenhaus zusammengeschlagen. Die knapp 100 Chaoten waren eigentlich bereits auf dem Rückzug, nachdem die Polizei mit Tränengas gegen sie vorgegangen war. Dann aber erkannten sie Hans Fehr, der die letzte Strecke bis zum Schützenhaus zu Fuss gehen wollte.

In ärztlicher Behandlung

«Sie schlugen mich nieder und traktierten mich mit Fusstritten», sagte Fehr nur wenige Augenblicke nach dem Angriff gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Der SVP-Mann war sichtlich schockiert: «Wenn ich eine Waffe gehabt hätte, hätte ich geschossen.»

Hans Fehr wurde nach der Attacke zur Versorgung einer Platzwunde an der Stirn ins Spital gebracht, wie Yves Gadient, Generalsekretär der SVP Zürich sagte. Er wollte sich in der Notfallaufnahme des Triemli-Spitals untersuchen lassen und anschliessend nach Hause gehen.

Polizei vor Ort

Vor dem Albisgüetli waren gestern ein Grossaufgebot der Polizei und die Demonstranten aufeinander gestossen. Die knapp 100 Demonstranten hatten sich um 18 Uhr vor dem Strassenverkehrsamt versammelt. Die Sicherheitskräfte durchsuchten alle Schwarzgekleideten, die aus dem 13er-Tram stiegen und verwiesen sie vom Gelände. Doch die Chaoten zogen nicht ab, rollten ihre Transparente aus und begannen Anti-SVP-Parolen zu skandieren.

Per Megafon setzte die Polizei ein Ultimatum: In spätestens zwei Minuten sollte sich die Demonstration auflösen. Die Chaoten liessen es verstreichen. Dann schritt die geschlossene Polizisten-Mauer auf die Demonstranten zu. Diese warfen Rauchpetarden, die Polizei antwortete mit Tränengas.

Nachdem sie einen Postomat demoliert, die Scheiben eines Tramhäuschens eingeschlagen und zwei Glascontainer umgekippt hatten, verteilten sich die Demonstranten um etwa 19.15 Uhr rund 500 Meter unterhalb des Tagungsortes in alle Richtungen. An der Uetlibergstrasse zündeten sie Container an.

Erstellt: 22.01.2011, 08:09 Uhr

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