Neun Mitglieder von US-Mormonen-Gemeinde in Mexiko getötet

Bei einem Überfall sind nach Angaben von Hinterbliebenen mindestens drei Frauen und sechs Kinder getötet worden. Donald Trump bietet der Regierung Hilfe an.

Aufnahmen eines der Fahrzeuge, das nach dem Angriff in Brand gesetzt wurde. Bild: Keystone

Aufnahmen eines der Fahrzeuge, das nach dem Angriff in Brand gesetzt wurde. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach der Tötung von neun Mitgliedern einer US-Mormonen-Gemeinde in einem von Bandenkriminalität geprägten Gebiet in Mexiko hat US-Präsident Donald Trump dem Nachbarland Hilfe im «Krieg» gegen Drogenkartelle angeboten. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador habe die Bekämpfung der Drogenkartelle vorangetrieben. Diese seien aber «so gross und mächtig geworden, dass man manchmal eine Armee braucht, um eine Armee zu besiegen», schrieb Trump auf Twitter.

Wenn Mexiko Hilfe brauche, seien die USA bereit, «sich einzubringen und die Arbeit schnell und effektiv zu erledigen», ergänzte Trump. «Für Mexiko ist die Zeit gekommen, mit Hilfe der USA Krieg gegen die Drogenkartelle zu führen und sie vom Erdboden zu beseitigen. Wir warten nur auf einen Anruf von eurem grossartigen neuen Präsidenten!»

Trump-Offerte wird überprüft

Lopez Obrador erklärte sich zu Gesprächen mit Trump über eine mögliche Kooperation bereit. Vor Reportern sagte er, er danke Trump für sein Angebot, es müsse aber geklärt werden, wie eine solche Hilfe aussehen könne, bei der gleichzeitig die Souveränität Mexikos respektiert werde.

Bei einem Überfall auf Mitglieder einer US-Mormonen-Gemeinde im Nordwesten Mexikos waren am Montag mindestens drei Frauen und sechs Kinder getötet worden. Der Angriff ereignete sich in Rancho de la Mora an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Chihuahua und Sonora nahe der Grenze zu den USA. In der Gegend sind Drogenhändler und andere kriminelle Banden aktiv.

Gemeindemitglied spricht von Massaker

Als das Gemeindemitglied der Mormonen, Julián Lebarón, den Vorfall am Montag (Ortszeit) im Sender Radio Fórmula schilderte, sprach er von einem «Massaker». Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar, allerdings war Lebaróns Bruder Benjamín 2009 im Kampf gegen kriminelle Banden ermordet worden.

Seine Cousine Rhonita habe ihren Ehemann vom Flughafen in Phoenix in den USA abholen wollen, sagte Julián Lebarón. Sie sei mit ihrem Kleintransporter in einen Hinterhalt geraten. Die Täter feuerten nach Lebaróns Schilderungen auf den Transporter und setzten ihn in Brand. Dabei seien auch die vier Kinder der Cousine ums Leben gekommen.

Nach diesem Leichenfund wurden einige Zeit später zwei Begleitfahrzeuge des Kleintransporters entdeckt. Darin befanden sich die Leichen zwei weiterer Frauen und zweier Kinder.

Kleines Mädchen wird vermisst

Fünf bis sechs Kinder, darunter ein Kind mit einer Schussverletzung, seien zu Fuss nach Hause geflüchtet, sagte Lebarón. Ein kleines Mädchen werde vermisst, nachdem es in einen Wald geflüchtet sei, um sich dort zu verstecken.

Die betroffene Mormonen-Gemeinde besteht aus Nachfahren von Mormonen, die im 19. Jahrhundert wegen Verfolgung aus den USA flüchteten. Häufig besitzen sie die Staatsangehörigkeit beider Länder. Die Familie Lebarón beantragte laut Informationen mexikanischer Medien Beistand der US-Botschaft. (nag/sda)

Erstellt: 05.11.2019, 19:03 Uhr

Artikel zum Thema

Mexiko nimmt Suche nach 43 vermissten Studenten wieder auf

Fünf Jahre nach der mutmasslichen Ermordung Dutzender Studenten hat die Armee mit neuen Ausgrabungen begonnen. Die Suche konzentriert sich auf eine Deponie nahe der Stadt Iguala. Mehr...

Mindestens 28 Tote bei Angriff auf Bar in Mexiko

Unbekannte verriegelten die Eingänge einer Table-Dance-Bar und zündeten sie anschliessend an. Die Opfer erstickten. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Blogs

Sweet Home Machen wir es uns doch einfach schöner!

Geldblog Zurich unterstreicht Wachstumsambitionen

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Fast wie auf der Titanic: Ein Liebespaar betrachtet die untergehende Sonne im untergehenden Venedig (17. November 2019).
(Bild: Luca Bruno) Mehr...