Nordamerikaner sind am Zürcher Unispital unerwünscht

Geht es um planbare Operationen, sind Nordamerikaner am Zürcher Universitätsspital nicht willkommen – aus Angst vor Schadenersatzforderungen.

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Aus Angst vor Schadenersatzklagen verzichtet das Zürcher Universitätsspital teilweise auf eine Behandlung von nordamerikanischen Patienten. Das schreibt der «SonntagsBlick».

Eigentlich würde sich eine Behandlung lohnen für das Zürcher Unispital: Denn ausländische Medizintouristen sind oft bereit, für ihre Behandlung viel zu bezahlen. Das Universitätsspital geniesst international einen hervorragenden Ruf. Auch darum verzeichnet das USZ eine steigende Zahl an internationalen Patienten.

Notfallmässig sind alle willkommen

Trotzdem lehnt das USZ Patienten aus Nordamerika ab: «Patienten, welche die US- oder kanadische Staatsangehörigkeit besitzen, aber keinen Wohnsitz in der Schweiz haben, werden für elektive ambulante oder stationäre Behandlungen nicht aufgenommen», sagt ein Spitalsprecher gegenüber dem «SonntagsBlick». Notfallmässig macht das Spital aber keinen Unterschied zwischen den Nationalitäten. Dann wird jeder behandelt.

Als Grund dafür gibt das Spital die Gefahr einer Schadenersatzforderung an, sollte es bei einer Behandlung zu einer Komplikation kommen: «Das Risiko kann nicht völlig ausgeschlossen werden, dass das USZ mit Schadenersatzforderungen konfrontiert wird.» Die Regelung bestehe schon seit einigen Jahren und werde immer wieder überprüft, schreibt das Spital. (fur)

Erstellt: 22.10.2017, 13:31 Uhr

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