Oprah erlebte in Zürich ein Déjà-vu

Das Echo in internationalen Medien ist gross, Schweiz Tourismus «schäumt vor Wut»: Die verhinderte Shoppingtour von Oprah Winfrey sorgt für Wirbel. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Talkmasterin schlecht behandelt fühlte.

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Die Nachricht über die verhinderte Shoppingtour von Oprah Winfrey sorgt weltweit für Schlagzeilen: Im Juli war sie für die Hochzeitsfeier von Tina Turner in Zürich und besuchte die Tom-Ford-Boutique, die Verkäuferin behandelte sie offenbar schlecht.

Die amerikanische Milliardärin wollte sich eine 35'000 Franken teure Handtasche anschauen – die Verkäuferin soll sich gemäss Winfreys Aussagen aber geweigert haben, ihr das Modell vorzuführen. «Sie wollen diese Tasche nicht sehen. Die ist zu teuer. Die können Sie sich nicht leisten», zitierte Winfrey die Aussagen der Verkäuferin in der Sendung «Larry King Now». Auch in der Sendung «Entertainment Tonight» auf dem amerikanischen Sender CBS schilderte sie den Vorfall. Boutique-Besitzerin Trudie Götz verteidigt ihre Verkäuferin und schildert eine eigene Version der Begegnung.

Der Vorfall wird in Berichten im Ausland verknüpft mit dem Freibadverbot für Asylsuchende in Bremgarten AG. Von der britischen BBC bis zur somalischen Nachrichtenplattform Wararka nehmen zahlreiche Zeitungen und Websites das Thema auf. Zu lesen ist von einem «PR-Desaster für die Schweiz», da das Land wegen seines restriktiven Asylwesens ohnehin bereits unter Beobachtung stehe.

Schweiz Tourismus hat mit einem entschuldigenden Tweet auf die Berichte reagiert: «Wir schäumen vor Wut – diese Person (Verkäuferin) hat sich schrecklich falsch verhalten. Es tut uns leid dass Oprah so etwas passiert ist!»

Ähnlicher Vorfall in Paris

Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass sie beim Einkaufen mit Rassismus konfrontiert worden sei, sagt Winfrey in der Sendung «Larry King Now» weiter. Gleiches sei ihr in Paris schon passiert.

Ein Bericht der «Washington Post» vom Juni 2005 beschreibt, was damals vorfiel: Laut dem Artikel war Winfrey vor acht Jahren in Paris zu Besuch, als sie sich entschied, bei der Luxusboutique Hermès vorbeizuschauen. Obwohl im Laden noch Kunden gewesen seien, habe man sie abgewiesen, so Winfrey. Hermès bestreitet diese Darstellung des Vorfalls: Die Boutique sei zu diesem Zeitpunkt schon seit 15 Minuten geschlossen gewesen, in den Verkaufsräumen habe zudem ein privater PR-Event stattgefunden. Deshalb habe man Winfrey mitgeteilt, dass man sie nicht mehr hineinlassen könne. Man habe sie aber eingeladen, am nächsten Tag wiederzukommen.

Winfrey habe einen «Crash Moment» erlebt, sagte ihre Sprecherin danach, in Anspielung auf einen Film, der sich um Rassismus im Alltag dreht. Die Talkmasterin habe sich persönlich mit dem US-Chef von Hermès in Verbindung gesetzt und ihm vom Vorfall berichtet. Hermès wehrte sich vehement gegen den Vorwurf des Rassismus, entschuldigte sich aber in einer Mitteilung dafür, Winfrey abgewiesen zu haben: «Wir bereuen es, dass wir Frau Winfrey nicht bedienen konnten.»

Auch in New York abgeblitzt

Im Gespräch mit Larry King erzählte sie auch von einem Vorfall in New York. Vor Jahren sei sie an der Madison Avenue abgeblitzt, als sie ein T-Shirt kaufen wollte. Als sie nachfragte, was der Grund sei, habe die Verkäuferin geantwortet: «Wir wurden kürzlich von zwei Schwarzen überfallen und hatten Angst zu öffnen.» (fko)

Erstellt: 09.08.2013, 11:05 Uhr

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Oprah Winfrey und die Boutique von Trudie Götz

Oprah Winfrey und die Boutique von Trudie Götz Talkmasterin Oprah Winfrey blitzte in einem Laden von Trudie Götz in Zürich ab.

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