«Pädo-Typ»: Beleidigung bringt Tesla-Chef vor Gericht

Elon Musk hat einen Verleumdungsprozess am Hals. Der 48-Jährige verunglimpfte einen britischen Höhlenforscher.

Antraben vor dem Gericht: Elon Musk hat unbedachte Worte gewählt. (AP/Keystone/H.W. Chiu/21. November 2019)

Antraben vor dem Gericht: Elon Musk hat unbedachte Worte gewählt. (AP/Keystone/H.W. Chiu/21. November 2019)

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Elon Musk muss sich sich wegen Beleidigung vor Gericht verantworten. Ein US-Bundesrichter in Los Angeles wies die Einsprüche des Tesla-Chefs gegen die Verleumdungsklage gegen den Briten Vernon Unsworth am Mittwoch (Ortszeit) zurück. Der Richter setzte den Prozessbeginn auf den 3. Dezember fest. «Wir freuen uns auf den Prozess», teilte Musks Anwalt Alex Spiro mit.

Unsworth, der durch seine Beteiligung an der Rettungsaktion einer thailändischen Junioren-Fussballmannschaft weltweit Aufmerksamkeit erregte, hatte gegen Musk geklagt. Der britische Höhlenforscher hatte ein von Musk angebotenes Mini-U-Boot zur Rettung des Teams abgelehnt und als «PR-Trick» bezeichnet.

Es bestehe «absolut keine Chance», dass das Mini-U-Boot in der Höhle funktionieren könne, hatte er erklärt. Musk solle sich das Boot «dorthin stecken, wo es wehtut».

Kein üblichches Schimpfwort

Der Chef des US-Elektroautobauers Tesla setzte daraufhin eine Reihe von Twitter-Botschaften ab und nannte Unsworth unter anderem einen «Pädo-Typen». Später löschte Musk die Tweets wieder und entschuldigte sich. Allerdings legte er noch einmal nach und nannte den 64-jährigen Unsworth später einen «Kindervergewaltiger», der seine aus Thailand stammende Ehefrau als Zwölfjährige geheiratet habe. Unsworth wies die Anschuldigungen zurück und reichte Klage gegen Musk ein.

Klage eingereicht: Der Brite Vernon Unsworth während der Rettungsaktion in Thailand. (Keystone/Pongmanat Tasiri/16. Juni 2018)

Der kanadisch-amerikanische Doppelbürger Musk hatte versucht, den Prozess abzuwenden, indem er argumentierte, der Begriff «Pädo-Typ» sei während seiner Kindheit in Südafrika ein übliches Schimpfwort gewesen. So werde ein «unheimlicher alter Mann» bezeichnet, der Begriff enthalte keinen konkreten Pädophilie-Tatvorwurf.

Der Richter Stephen Wilson wies Musks Einwände nun zurück. Die auf die «Pädo-Typ»-Beleidigung folgenden Äusserungen Musks liessen darauf schliessen, dass Musk den Kläger tatsächlich für einen Pädophilen halte, erklärte er. (fal/sda)

Erstellt: 22.11.2019, 09:06 Uhr

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