Räuber erbeuten 45 Millionen und werden gefasst

In Nyon VD haben sieben Gangster aus Frankreich einen Geldtransporter entführt und aufgesprengt. Sehr weit kamen sie nicht.

Hier in der Nähe dürfte der Überfall stattgefunden haben: Autobahn A1 bei Nyon. (Screenshot Google Maps)

Hier in der Nähe dürfte der Überfall stattgefunden haben: Autobahn A1 bei Nyon. (Screenshot Google Maps)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach einem Überfall auf einen Geldtransport mit einer enormen Beute von zwischen 40 und 45 Millionen Franken in der Nacht auf heute bei Nyon VD sind die mutmasslichen Täter in Frankreich festgenommen worden, wie die französische Polizei mitteilte. Die Kantonspolizei Waadt bestätigte den Überfall.

Zum Überfall kam es um 3 Uhr auf der A1 in der Nähe von Nyon im Kanton Waadt, wie die Waadtländer Kantonspolizei bestätigte. Es habe sich um ein für Geldtransporte ausgelegtes Fahrzeug gehandelt, sagte Mediensprecherin Florence Maillard auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Transporter entführt

Gemäss Informationen der französischen Polizei zwangen sieben mutmassliche Täter den Lieferwagenfahrer, ihnen bis nach Divonne-les-Bains im benachbarten französischen Departement Ain zu folgen. Dort öffneten sie den Transporter mithilfe von Sprengsätzen, liessen die Fahrer frei und setzten den Wagen in Brand.

Die Beute bestand aus Juwelen und Bargeld im Wert zwischen 40 und 45 Millionen Franken, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Sie bezog sich auf den Ermittlungen nahestehende Quellen.

Die mutmasslichen Täter aus der Region Lyon seien seit mehreren Monaten von den Behörden überwacht worden und konnten in der Nähe der Stadt Annecy (F) festgenommen werden. Bei ihnen wurden neben der Beute auch Waffen beschlagnahmt.

Spektakuläre Diebstähle und Überfälle

Wären die Täter erfolgreich gewesen, hätten sie sich unter einige der spektakulärsten Coups der jüngeren Schweizer Kriminalgeschichte reihen können. Hier sind sie aufgelistet:

10. Februar 2008: Beim grössten Kunstraub der Schweizer Geschichte erbeuten drei maskierte, bewaffnete Männer in der Sammlung Bührle in Zürich vier Gemälde im Wert von 180 Millionen Franken. Die Bilder werden später sichergestellt.

5. Juli 2007: Drei Männer räumen das Uhrenmuseum Girard-Perregaux in La Chaux-de-Fonds NE. Sie flüchten mit rund 100 wertvollen historischen Zeitmessern im Wert von mehreren Millionen Franken.

17. August 2006: Bei einem Überfall auf einen Geldtransporter auf der Vue des Alpes im Kanton Neuenburg fallen den Tätern Uhrenteile aus Gold und Platin sowie Diamanten im Wert von 6,5 Millionen Franken in die Hände.

24. Januar 2004: Bewaffnete Gauner überfallen die Edelmetall-Raffinerie Metalor in Marin NE und suchen mit 666 Kilogramm Gold im Wert von 10 Millionen Franken das Weite.

1. September 1997: Acht Räuber erbeuten in einem spektakulären, aber gewaltlosen Coup in der Zürcher Fraumünster-Post über 53 Millionen Franken. Später werden sieben der Täter erwischt und verurteilt.

8. Februar 1994: Fünf Täter überfallen drei Postangestellte, die Postsäcke von der Zürcher Sihlpost zum Hauptbahnhof transportieren. Beute: 13,5 Millionen Franken. Die Verbrecher bleiben flüchtig.

8. April 1993: Ein Angestellter der SBG-Filiale in Chiasso kommt zwei Kollegen auf die Spur, die seit 1990 nach und nach Goldbarren im Wert von 20 Millionen Franken aus dem Tresorraum der Bank beiseite schafften.

25. März 1990: Beim grössten bis dahin in der Schweiz verübten Banküberfall fallen den Gangstern in einer Genfer Filiale der Schweizerischen Bankgesellschaft Devisen im Wert von 31 Millionen Franken in die Hände.

6. Januar 1989: Ein Zürcher Postangestellter, der später als «Sihlpost-Räuber» bekannt und verhaftet wird, stiehlt zwei Postsäcke voller Geld und Wertschriften im Betrag von 35 Millionen Franken. (rub/sda)

Erstellt: 24.05.2017, 15:30 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Kommentare

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Burn, baby, burn: An der «Nit de la Cremà» im südspanischen Alicante brennen zu Ehren des Heiligen Johannes rund 180 riesige Holzfiguren. (24. Juni 2019)
(Bild: Manuel Lorenzo/EPA) Mehr...