Rassismusopfer einigen sich mit Starbucks

Die zwei in einer Starbucks-Filiale verhafteten Afroamerikaner erhalten 200'000 Dollar Entschädigung – behalten das Geld aber nicht für sich.

Rashon Nelson und Donte Robinson verzichten auf eine Rassismusklage. Dafür haben sie von der Stadt Philadelphia einen Fonds für Jungunternehmer erwirkt.

Rashon Nelson und Donte Robinson verzichten auf eine Rassismusklage. Dafür haben sie von der Stadt Philadelphia einen Fonds für Jungunternehmer erwirkt. Bild: Keystone

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Zwei junge Afroamerikaner wurden in Philadelphia verhaftet, weil sie im Starbucks-Café nichts konsumierten und lösten damit massive Proteste gegen die Restaurant-Kette aus. Dutzende Demonstranten legten daraufhin den Betrieb in der Starbucks-Filiale lahm. Ein Video des Vorfalls ging viral um die Welt.

Nun haben sich die beiden Männer mit der Stadt Philadelphia und der Kaffeekette geeinigt. Sie verzichten als Opfer von Rassismus auf eine Klage gegen die Stadt. Dafür soll diese einen Fonds für Jungunternehmer über 200’000 Dollar schaffen. Das Programm richtet sich an Absolventen der öffentlichen Highschool.

Mit dem Vergleich hätten die beiden etwas Gutes bewirken wollen, teilte ihr Anwalt mit. Rashon Nelson und Donte Robinson selber erhielten je einen symbolischen Dollar von der Stadt und schlossen einen finanziellen Vergleich mit Starbucks.

Video: Welle der Empörung

Zwei afroamerikanische Männer wurden in einem Starbucks-Café in Philadelphia festgenommen. (Video: Storyful/AFP/Tamedia)

Der Vorfall ereignete sich Mitte April. Nelson und Robinson warteten auf einen möglichen Geschäftspartner und wollten noch nichts bestellen. Die Managerin der Filiale rief aber schon nach kurzer Zeit die Polizei. Die beiden jungen Männer wurden in Handschellen abgeführt und während mehrerer Stunden ohne Grund in Untersuchungshaft festgehalten.

(nj/sda)

Erstellt: 03.05.2018, 20:20 Uhr

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