«Rassisten, haut ab!»

In Virginia wollte der rassistische Ku-Klux-Klan gegen die Entfernung einer Statue protestieren. Gegendemonstranten waren zur Stelle.

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Im US-Bundesstaat Virginia ist eine Kundgebung des rassistischen Ku-Klux-Klans (KKK) massiv von Gegendemonstranten gestört worden. Hunderte Menschen übertönten die zahlenmässig deutlich unterlegenen Rassisten, die in der Stadt Charlottesville aufmarschiert waren.

Die Universitätsstadt Charlottesville befindet sich südwestlich von Washington

Einige Dutzend KKK-Anhänger marschierten an mehreren hundert Gegendemonstranten vorbei, die «Rassisten, haut ab!» und andere Parolen riefen. Einzelne KKK-Anhänger trugen die typischen weissen Kapuzengewänder der Vereinigung, die an die früheren Lynchmorde von Schwarzen und brennende Kreuze erinnern. Andere hielten eine Südstaatenflagge, die als Symbol für die Diskriminierung von Afroamerikanern gilt sowie rassistische Schilder. Eine Metallabsperrung und bewaffnete Polizisten trennten die beiden Gruppen voneinander. Es gab mehr als 20 Festnahmen, die Polizei setzte Tränengas ein.

Protest gegen Entfernung von Statue des Bürgerkriegs-Generals

Der Marsch des Klans richtete sich gegen die Entfernung einer Statue des Generals Robert E. Lee. Dieser befehligte während des Bürgerkriegs die Konföderation der Südstaaten und gilt als einer der grossen Feldherren der Geschichte. Bereits in der Nacht zum Samstag hatten Gegner des KKK die bronzene Reiterstatue des Südstaaten-Generals mit roter Farbe beschmiert.

Die Universitätsstadt Charlottesville ist demokratisch geprägt. Die Entscheidung der Stadtverwaltung, die Statue zu entfernen, fiel im April. Der Bürgermeister der Stadt verteidigte die Entscheidung gegenüber CNN. Man wolle die wahre Geschichte der Rassendiskriminierung erzählen, auch auf öffentlichen Plätzen. Das mache die Stadt ein Ziel von Ewiggestrigen, die in der Vergangenheit bleiben wollen. Man lasse sich von diesen aber nicht einschüchtern.

Die Statue des Südstaatengenerals steht im nach ihm benannten Lee Park, der nun in Emancipation Park umbenannt wird. Die Statue soll versteigert werden.

Südstaaten-Flagge als Symbol für die Sklaverei

Die Flagge der Konföderierten - ein mit weissen Sternen besetztes blaues Andreaskreuz auf rotem Grund - ist auch heute noch an vielen Orten im Süden der USA gegenwärtig. Das Banner gilt, wie die Statuen und Monumente, einigen Bewohnern der Südstaaten als Symbol ihrer Geschichte und als Erinnerung an ihre Vorfahren. Für andere sind sie ein Symbol von Rassismus und Unterdrückung.

Insbesondere bei Afroamerikanern weckt die Flagge schmerzhafte Erinnerungen an ihre Diskriminierung und an die Sklaverei. Kritiker werfen der US-Regierung des republikanischen Präsidenten Donald Trump vor, Rassisten wieder Auftrieb zu geben. (anf/SDA)

Erstellt: 09.07.2017, 20:25 Uhr

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