Regen kostet Schweiz 40 Millionen

Nach dem grossen Regen vom Wochenende gingen bei Privatversicherern bisher rund 2000 Schadensmeldungen in der Höhe von 40 Millionen Franken ein – viele weitere dürften folgen.

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Die heftigen Niederschläge am vergangenen Wochenende haben in weiten Teilen der Schweiz erhebliche Schäden angerichtet. Bei den Privatversicherern gingen bisher rund 2000 Schadenmeldungen ein. In einer ersten Schätzung geht der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) von versicherten Schäden in Höhe von 40 Millionen Franken aus.

Diese Zahl sei aber provisorisch und umfasse nur Schäden an Hausrat, Geschäftsinventar und Gebäuden, teilte der SVV auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mit. «In den nächsten Tagen dürften die Anzahl der Schadenmeldungen sowie die Höhe der versicherten Schäden weiter zunehmen.»

Das Unwetter vom 31. Mai bis zum 2. Juni wird als mittleres Ereignis eingestuft. Besonders betroffen sei die Ostschweiz.

600 Hagel-Schadenmeldungen

Die Privatversicherer versichern die Gebäude in den Kantonen Genf, Uri, Schwyz, Tessin, Appenzell Innerrhoden, Wallis und Obwalden. Hausrat, Geschäftsinventar und übrige bewegliche Sachen versichern sie in allen Kantonen mit Ausnahme der Waadt und Nidwalden.

Die Versicherung Schweizer Hagel hatte am Montag gemeldet, dass die Überschwemmungen und Erdrutsche an landwirtschaftlichen Kulturen Schäden von bis zu 2,5 Millionen Franken hinterlassen hätten. Sie ging von bis zu 600 Schadenmeldungen aus.

Keine bemerkbaren Ausfälle

Dennoch werden die Niederschläge für den gesamtschweizerischen Markt kaum Folgen haben, wie Sandra Helfenstein, Sprecherin des Schweizerischen Bauernverbandes, auf Anfrage sagte. «Wahrscheinlich werden die Ausfälle nicht bemerkbar sein.»

Auf Obstbaugebiete habe das Unwetter allgemein keine grossen Auswirkungen, sagte auch Josef Christen, Mediensprecher des Schweizer Obstverbands. «Beschädigungen von grossflächigen Kulturen sind nicht bekannt.» Doch hätten die Niederschläge wohl punktuelle Auswirkungen in den am meisten betroffenen Gebieten wie dem St. Galler Rheintal.

Nur vereinzelte Schäden

Im Mittelrheintal habe es zwar «extreme Probleme» gegeben, doch wachse dort praktisch kein Obst, sagte Richi Holenstein von der Fachstelle Obstbau des Kantons St. Gallen der SDA. Deshalb seien die Schäden in einem kleinen Rahmen geblieben. Hagen Thoss von der Fachstelle Obst Strickhof in Eschikon/Lindau ZH hielt fest, dass der Obstbau nicht gross betroffen sei.

Rolf Künzler von der Fachstelle Gemüsebau/Beeren beurteilt die Schäden ebenfalls als «bescheiden» und «auf die Gesamtfläche gesehen nicht dramatisch». «Wenn das Wetter wieder gut wird, werden sich die Kulturen erholen.»

Einzig ein 40 Aren grosses Erdbeerfeld sei in Mitleidenschaft gezogen worden, weil Erde an den Beeren klebe. Holenstein gab weiter zu bedenken, «dass der sehr nasse Frühling zu einer Stresssituation für die Bäume geführt hat». Dies könne die diesjährige Ernte verzögern und den Pilzbefall begünstigen. (wid/sda)

Erstellt: 04.06.2013, 14:53 Uhr

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