Kopf des Tages

Reich und doch arm dran

Der Zürcher Baulöwe Walter Beller darf nach einem Ehescharmützel nicht mehr in die USA, Verhaftung droht.

Ausgesperrt: Walter Beller vor dem Eingang des Casinos Zürich.

Ausgesperrt: Walter Beller vor dem Eingang des Casinos Zürich. Bild: Doris Fanconi

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Neureich sein ist nicht immer leicht. Der Zürcher Bauunternehmer Walter Beller gilt in gehobenen Kreisen als Fremdkörper. Er wird um seiner schrillen Gattin willen angefeindet. Und nun kann er nicht einmal mehr unbeschwert nach Amerika reisen. Der «Blick» meldete gestern, Beller sei dort zur Verhaftung ausgeschrieben. Zuvor sei er zweimal nicht zu einem Gerichtstermin erschienen. Beller mochte die Sache gestern nicht kommentieren.

Aufgeboten war Beller (64) wegen eines schweren ehelichen Störfalles diesen März in Palm Beach, Florida. Mit einer Prise Häme reportierten die Medien, wie Beller und seine Frau Irina (40) aneinandergeraten waren: Im Luxusrestaurant trank das Paar zu viel Weisswein und Champagner. Sie wollte zwei Vorspeisen, er nicht. Dann die Eskalation. Sie warf ihr Steak auf seinen Teller. Und er verletzte sie am Auge; eine Abwehrbewegung und ein Unfall, wie er später betonte. Sie musste kurz ins Spital. Und er für 16 Stunden in eine Gefängniszelle.

«Tiere haben es bei mir zu Hause besser als im Wald»

Bellers vertragen sich mittlerweile wieder, Tage danach fassten sie eine Ehetherapie ins Auge. Auch schenkte er ihr ein Goldkleid, besetzt mit 2000 Swarovski-Steinen. In Zürichs High Society allerdings sind die zwei seither noch viel mehr isoliert: der Handwerkersohn aus dem Kreis 4 und die ukrainische Diplomatentochter, studierte Filmkritikerin, Absolventin einer Croupierausbildung.

Die Art, wie das ungleiche Paar Walter Bellers mit Immobiliendeals erworbenes Vermögen von 40 oder auch 50 Millionen Franken geniesst, ist hablichen Zürchern grundsätzlich suspekt. Irina Beller lässt sich vom Boulevardfernsehen beim Anlegen ihres teuren Schmucks filmen. Sie führte auch schon die eheliche Nobelwohnung in Pfäffikon SZ vor, in der ein goldgerahmtes Porträt ihres verstorbenen Shar-Pei-Faltenhundes Max hängt. Und sie trägt ungeniert Pelze. Im Schweizer Fernsehen sagte sie: «Tiere haben es bei mir zu Hause besser als im Wald.» Daraufhin gab es Beschimpfungen.

Beller schlug zurück

«Irina ist intelligent, schöner als ein Diamant und wilder als eine Katze», schwärmte Walter Beller einmal. Sie revanchierte sich mit ihrer Art von Liebeserklärung: «Geld ist geil. Mein Mann hat Geld.» Seit 17 Jahren ist das ungleiche Paar zusammen. Akzeptiert hat man sie nicht. Als letzten Oktober das Zürcher Casino eröffnet wurde, das er gebaut hatte, lud man sie kurzfristig aus; sie seien unerwünscht.

Beller schlug zurück. Am Benefiz-ball des Zürcher Kinderspitals hatte er einen Tisch gebucht. Indem er nun Richard «Mörtel» Lugner einlud, den schillernden Wiener Bauunternehmer, sozusagen sein österreichisches Pendant, hatte er die TV-Aufmerksamkeit für sich. Allerdings, so berichtete diese Zeitung damals: Die über 500 Gäste ignorierten die Bellers und die Lugners am Kispi-Ball gezielt; «ordinär», «peinlich», tuschelte es.

«Ich glaube ihr kein Wort»

Diesen März, kurz vor dem Ehescharmützel von Palm Beach, waren die Bellers in Amerika zu Gast bei einem Prinzen: Frédéric von Anhalt, achter Gatte von Schauspielerin Zsa Zsa Gabor. Sie witterten wohl die Chance, einen Freund zu gewinnen. Der deutsche TV-Privatsender RTL war beim Dom-Pérignon-Schlürfen auch zugegen. Doch dürfte es bei dem einen Treffen bleiben.

Der deutsche Adelige sagte über Irina Beller, die ihren Whirlpool-verwöhnten Körper im schwarzen Versacekleid präsentierte: «Wie bitte?! Die Alte soll erst vierzig sein? Ich glaube ihr kein Wort.» Nein, neureich sein ist nicht immer leicht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.04.2013, 06:19 Uhr

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