SBB-Zugbegleiter wird in Tür eingeklemmt und stirbt

In der Nacht auf Sonntag wurde ein SBB-Mitarbeiter in einer Wagentür eingeklemmt und mitgeschleift. Beim Unfall wurde er tödlich verletzt.

«Der Wagen war nur wenige Tage zuvor in der Revision»: SBB-Chef Andreas Meyer äussert sich zum tragischen Arbeitsunfall. (Video: SDA)

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Bei einem tragischen Arbeitsunfall ist in der Nacht auf Sonntag bei der Zugsabfertigung eines Interregios in Baden AG ein 54-jähriger Chef Kundenbegleitung tödlich verletzt worden. Der genaue Unfallhergang wird untersucht.

Die Leitung von SBB Personenverkehr habe unabhängig von den kommenden Untersuchungsergebnissen entschieden, die Abfertigungsprozesse sofort zu überprüfen, schreiben die SBB in ihrem Medienblog.

Auch würden die Wagentüren des entsprechenden Zugtyps einer vertieften Nachkontrolle unterzogen. Es handelt sich gemäss SBB-Medienstelle um den sogenannten einstöckigen Einheitswagen IV ohne Niederflureinstieg.

Die unabhängige Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) und die entsprechenden Stellen der SBB leiteten Untersuchungen ein. Aussagen zum genauen Unfallhergang sind gemäss SBB derzeit noch nicht möglich. «Der Vorfall trifft uns sehr und verpflichtet uns weiter, bei der Sicherheit keine Kompromisse einzugehen», schreiben die SBB.

Lokführer bemerkte den Unfall nicht

Gemäss blick.ch sei der 54-Jährige mehrere Kilometer mitgeschleift worden. Der tragische Vorfall hätte sich beim fünftletzten Wagen zugetragen. «Das Einklemmschutzsystem hat an dieser Tür versagt. Somit wurde die Schliesskraft nicht deaktiviert – und die Türflügel trafen den Mann mit voller Wucht. Das haben die Spuren am Sonntagmorgen ergeben», wird Philippe Thürler von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) zitiert.

Der Lokführer selbst habe den Unfall offenbar nicht bemerkt. Er sei losgefahren, als das Lämpchen im Führerstand erlosch; dieses zeige an, ob eine Türe offen sei. Passanten hätten am Badener Bahnhof den Vorfall bemerkt und sofort die SBB alarmiert, schreibt blick.ch weiter. Laut Türler habe der Zug erst angehalten, als der Lokführer von der Betriebsstelle informiert worden sei.

(red/sda)

Erstellt: 08.08.2019, 15:52 Uhr

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