Säuli hinterliess Spuren auf Widmer-Schlumpf

Eveline Widmer-Schlumpf hat die Olma in St. Gallen eröffnet. Bei einem Fototermin mit einem Säuli passierts: Die Aufregung war wohl etwas zu viel für das Tier. Die Bundespräsidentin reagierte gelassen.

Sauerei an der Olma: Eveline Widmer-Schlumpf in St. Gallen. (11. Oktober 2012)
Video: Keystone

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Die 70. Olma ist heute Morgen in St. Gallen von Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf eröffnet worden. Die Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung dürfte an elf Tagen rund 400'000 Besucher in die Ostschweiz locken.

«Das ist das Schöne an der Olma: Gegen 400'000 Menschen sprechen und lachen zusammen, freuen sich an Tieren, landwirtschaftlichen und gewerblichen Produkten», sagte Eveline Widmer-Schlumpf. «Und alle essen eine Olma-Bratwurst». Da würden für einen Moment alle «E», E-Mail, E-Government und E-Commerce, verblassen, sagte sie.

Es würde nichts schaden, wenn sich noch etwas mehr Menschen an der Olma ein Bild der Landwirtschaft machen würden, sagte Eveline Widmer-Schlumpf. Für einige sei Landwirtschaft gleich bedeutend mit Subventionen, mit Stillstand, mit teuren Lebensmitteln – die man ja sowieso viel billiger importieren könnte, so die Bundespräsidentin.

Bei einem Fototermin mit einem Säuli bewies die Bundespräsidentin gleich selbst, dass sie keine Furcht vor der Landwirtschaft hat. Das Säuli, mit dem sie posierte, hinterliess vor lauter Aufregung seine Spuren (s. Video). Doch die Bundespräsidentin nahms locker. «Als Bündner Landfrau ist mir das nicht fremd», kommentierte sie den Vorfall.

«Wichtiger Fixpunkt»

Die Landwirtschaft sei ein wichtiger Fixpunkt, sagte Eveline Widmer-Schlumpf. Sie produziere das, wovon wir alle lebten: Lebensmittel. Sie hege das, was wir alle liebten: Hügel, Wiesen und Wälder. Sie denke auch so, sagte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf.

Die Ausgaben des Bundes für die Landwirtschaft seien gemessen an den Gesamtausgaben seit Jahren rückläufig. In der Landwirtschaft sei Bewegung, Stillstand sehe anders aus, so Widmer-Schlumpf. Der nächste Schritt auf dem Weg in die Zukunft sei die Agrarpolitik 2014 - 2017, die der Nationalrat gerade ausführlich behandelte.

«Swissness» bringe Vorteile

Autarkie und Selbstversorgung sei nicht das Ziel des Bundesrates. «Aber eine Importstrategie ist noch viel weniger unser Ziel!», betonte die Bundespräsidentin. Die Chancen der Schweizer Landwirtschaft lägen in einer «Qualitätsstrategie». Man müsse dafür sorgen, dass wo «swiss made» draufsteht auch «swiss» drin sei.

Die Landwirtschaft verfolge auch Ziele, die sich am Markt und im Wettbewerb nicht auszahlten, sagte Widmer-Schlumpf. Diese ökologischen Ziele seien nicht beliebig, sondern in der Verfassung verankert. «Auf diese wollen wir die Direktzahlungen an die Landwirtschaft in Zukunft ausrichten», sagte die Bundespräsidentin.

Reform hin oder her: der finanzielle Rahmen für die Landwirtschaft bleibe auch in Zukunft bestehen. Dazu stehe sich auch als Finanzministerin, sagte Widmer-Schlumpf. Wie bei der Landwirtschaft wolle der Bundesrat auch bei der Energie eingreifen und steuern, um ökologische Ziele zu erreichen - mit der «Energiestrategie 2050».

Energie- und Landwirtschaftspolitik seien nicht das Gleiche, aber es gebe Parallelen, sagte Widmer-Schlumpf: «Wir wollen bei beidem die Umwelt schützen und die Eigenständigkeit und Sicherheit der Versorgung erhöhen». Zur Demokratie gehöre, dass gestritten werde, welches die besten Instrumente sind, um die Ziele zu erreichen.

Zuglarus

Glarus und Zug sind in diesem Jahr Gastkantone. Kern ihres gemeinsamen Auftritts ist die Sonderschau Zuglarus. Am Samstag formieren sich über 1000 Personen aus mehr als 40 Vereinen aus Glarus und Zug zum traditionellen Olma-Umzug durch die Altstadt.

Die Ausstellungsfläche der 70. Olma beträgt knapp 50'000 Quadratmeter. Rund 640 Aussteller aus der Schweiz und dem benachbarten Ausland präsentieren in diesem Jahr ihre Produkte und Dienstleistungen. Umrahmt wird die Messe von einer Vielzahl von Sonderschauen. Erstmals wird der Olma-Singtag veranstaltet.

Zur Olma gehören traditionellerweise Tiervorführungen, Schwingwettkämpfe, Ländlermusik, bäuerliches Hand- und Kunstwerk, aber auch die Degustation von Speisen und Tranksame. (wid/kle/sda)

Erstellt: 11.10.2012, 14:40 Uhr

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