Santas Elfen bei der US-Luftwaffe

Wo ist der Weihnachtsmann? Wenn jemand das weiss, dann die US-Armee. Wie aus einer falschen Telefonnummer eine Tradition wurde, bei der jedes Jahr zehntausende Kinder mitmachen.

Spielt mit: Lieutenant Colonel David Hanson nimmt im Santa Tracking Operations Center auf der Luftwaffenbasis Peterson den Anruf eines Kindes entgegen.

Spielt mit: Lieutenant Colonel David Hanson nimmt im Santa Tracking Operations Center auf der Luftwaffenbasis Peterson den Anruf eines Kindes entgegen. Bild: AP Photo/Ed Andrieski

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Amerikanische Kinder müssen bekanntlich bis Weihnachten auf den Besuch des Samichlaus warten. Und wenn jemand wissen kann, wo der Weihnachtsmann am Himmel gerade ist, dann ist es ja wohl das Raketen-Frühwarnzentrum der US-Luftwaffe. Das sehen die Mitarbeiter dieser High-Tech-Behörde offenbar genau so und eröffnen an Heiligabend wieder ihr «Santa Tracking Operations Center» (Weihnachtsmann-Beobachtungszentrum). Sie erwarten Zehntausende Anrufe und E-Mails, die von 1200 freiwilligen Helfern beantwortet werden.

Das Nordamerikanisches Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando (NORAD) informiert Kinder seit 1955, wo sich der Weihnachtsmann gerade aufhält. Dabei beruht das Ganze eigentlich nur auf einem Irrtum. Eine Zeitung in Colorado Springs hatte damals in einer Anzeige Kinder aufgerufen, den Weihnachtsmann unter einer bestimmten Nummer anzurufen. Darin war aber ein Fehler enthalten, und Dutzende Kinder landeten beim NORAD-Vorgänger Continental Aerospace Defense Command.

An Heiligabend 80'000 Anrufe

Die diensthabenden Offiziere spielten aber mit und begannen, Berichte dazu abzugeben, wo Santa, wie der Weihnachtsmann in den USA heisst, gerade ist. Das wurde nun inzwischen zu einer Tradition. Im vergangenen Jahr beantworteten Freiwillige an Heiligabend 80'000 Anrufe, wie Projektleiterin Joyce Creech erklärt.

«Es ist so bewegend, die kleinen Seufzer am anderen Ende der Leitung zu hören, da merkt man, wie nervös sie sind», sagt Creech. «Aber wir hören auch herzzerreissende Geschichten: 'Kannst du Santa bitten, meinen Bruder von Krebs zu heilen?' oder 'Kann ich ein Paar neue Schuhe bekommen? Ich habe keine.'»

Santa ist auf Social Media

Die aktuellen Positionsmeldungen von NORAD gibt es inzwischen auch auf Facebook (über 760'000 Likes), Twitter (über 60'000 Follower), Youtube, auf der eigenen Website und im Fernsehen. In diesem Jahr gibt es erstmals auch eine App für iPhones und Androis-Mobilgeräte. Seit Mitte Dezember wurde die App mehr als 234'000 Mal heruntergeladen, sagt Creech.

Im Mittelpunkt stehen aber immer noch die Telefonanrufe. Im Schichtbetrieb werden hier die Freiwilligen die Fragen der Kinder beantworten. Für viele Familien sei es schon zur Tradition geworden, bei NORAD anzurufen, erklärt Creech. «Es bringt den Menschen Freude, vor allem den Kindern.» (ami/Dan Elliott, dapd)

Erstellt: 24.12.2011, 14:58 Uhr

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