Schütze tötet Lehrerin, Schüler und sich selbst

In einer Grundschule in Kalifornien kam es zu einem Familiendrama: Ein Mann erschoss eine Lehrerin, die seine Ehefrau war. Zudem verletzte er ein Kind tödlich.

Die Schüler wurden nach dem Vorfall aus der Schule evakuiert. (Video: Tamedia/AFP)

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Bei einer Schiesserei in einem Klassenzimmer einer Grundschule im kalifornischen San Bernardino sind am Montag ein achtjähriger Junge und zwei Erwachsene getötet worden. Ein weiterer Schüler wurde schwer verletzt. Bei den Getöteten handelte es sich nach Polizeiangaben um eine 53 Jahre alte Lehrerin der North Park School und den gleichaltrigen Schützen, der ihr Ehemann gewesen sein soll.

Die Frau war Lehrerin in einer Klasse für Kinder, die mehr Betreuung beim Lernen brauchen. Sie wurden von Schülern der Jahrgangsstufen eins bis vier besucht. Nach Polizeiangaben habe der Mann den Klassenraum betreten und ohne etwas zu sagen auf die Frau geschossen. Zwei Kinder, die hinter ihr standen, wurden ebenfalls getroffen. Der zweite angeschossene Junge sei in einem stabilen Zustand, gaben die Behörden bekannt. Sie gingen nicht davon aus, dass absichtlich auf die Kinder gezielt wurde. Der Polizeichef von San Bernardino, Jarrod Burguan, sprach von einem Mord und Suizid.

Die rund 600 anderen Schüler befanden sich in Sicherheit. Sie wurden mit Bussen auf den Campus der California State University gebracht. TV-Bilder zeigten, wie die Kinder von Polizeibeamten begleitet auf dem Campus unterwegs waren. Als sich die Nachricht über den Vorfall verbreitete, rasten Eltern panisch in Richtung der Schule. Einige weinten, andere beteten und versuchten Informationen über ihre Kinder zu bekommen. Die Kinder konnten später zurück zu ihren Eltern.

Jeanette Gordon, deren elfjährige Tochter die Schule besucht, schaute immer wieder nervös auf ihr Telefon. «Ich kann es kaum abwarten, sie zu sehen. Ich kann es kaum abwarten alle Kinder zu sehen.» Sie müsse jetzt ruhig bleiben, sagte die Mutter.

«Der schlimmste Alptraum für Eltern»

Andere Eltern empfanden das Warten auf die Rückkehr ihrer Kinder zu lang. «Für uns Eltern ist das frustrierend, aber es ist auch verständlich», sagte Holly Penalber, deren neunjähriger Sohn und siebenjährige Tochter die Schule besuchen. Der Vorfall sei «der schlimmste Alptraum für Eltern».

San Bernardino, eine Stadt mit 216'000 Einwohnern, war erst im Dezember 2015 Schauplatz eines Terroranschlags, bei dem 14 Menschen getötet und 22 weitere verletzt wurden. Die beiden Schützen, ein Ehepaar, wurden bei einem Feuergefecht getötet. San Bernardino ist für seine hohe Kriminalitätsrate bekannt, insbesondere was Morde betrifft. (mch/chk/ap)

Erstellt: 10.04.2017, 20:15 Uhr

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