Schwimmtrainer wegen Kindsmissbrauch angeklagt

Ein heute 70-jähriger Tessiner Schwimmtrainer soll sich jahrelang sexuell an Knaben vergangen. Ende 2011 war er verhaftet worden. Nun hat die Tessiner Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Keine Verjährung für die Taten: Die Chefkommisarin Michela Gulfi (l.) und Kommissar Marco Mombelli von der Kantonspolizei Tessin informieren 2011 über die Festnahme des Trainers.

Keine Verjährung für die Taten: Die Chefkommisarin Michela Gulfi (l.) und Kommissar Marco Mombelli von der Kantonspolizei Tessin informieren 2011 über die Festnahme des Trainers. Bild: Keystone

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Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben gegen den ehemaligen Präsidenten des Schwimmclubs Bellinzona. Er soll jahrelang Knaben sexuell missbraucht haben. In den 80er-Jahren war er Schweizer Nationaltrainer.

Dem Mann werden zahlreiche Vergehen zur Last gelegt: sexuelle Handlungen mit Kindern, sexuelle Nötigung, Schändung und sexuelle Handlungen mit Abhängigen. Dies teilte die Tessiner Staatsanwaltschaft mit. Der inzwischen über 70-Jährige sitzt momentan im vorzeitigen Strafvollzug.

Von Ämtern suspendiert

Nach seiner Verhaftung Ende 2011 hatte die Chefkommissarin der Tessiner Sittenpolizei gesagt, für die Taten gebe es keine Verjährung. Er habe während seiner ganzen Zeit beim Schwimmclub Bellinzona mit Hunderten von jungen Leuten zu tun gehabt.

Nach seiner Festnahme wurde er von den internationalen Schwimmverbänden FINA und LEN von seinen Ämtern suspendiert. Flavio Bomio war in den 80er-Jahren Schweizer Nationaltrainer und an den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney Delegationsleiter des Schweizer Schwimm-Teams.

Die Missbrauchsfälle kamen ans Licht, nachdem zwei mittlerweile erwachsene Opfer Anzeige erstattet hatten. (kpn/sda)

Erstellt: 08.02.2013, 14:54 Uhr

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