Serienmörder gesteht weitere Tat – Exekution gestoppt

In letzter Minute ist in Texas die Hinrichtung eines geständigen Serienmörders ausgesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft befürchtet, er wolle einem anderen Mörder das Leben retten.

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Weil in seiner Zelle Hinweise auf ein Verbrechen gefunden wurden, für das ein anderer Mann zum Tode verurteilt worden ist, hat die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Texas die Hinrichtung von Anthony Shore vorläufig gestoppt.

Der Verurteilte sollte heute in einem Gefängnis im Norden von Houston mit einer Spritze hingerichtet werden. Er war wegen Vergewaltigung, Folter und Ermordung von drei Mädchen und einer jungen Frau zwischen 1986 und 1995 zum Tode verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft befürchtet, dass Shore sich nach seiner Hinrichtung in einem Bekennerschreiben – womöglich fälschlicherweise – zu einem weiteren Mord bekennen wollte, für den im November ein anderer Mann, Larry Swearingen, hingerichtet werden soll.

«Schatten auf dem Fall Swearingen»

Im Juli waren bei einer Durchsuchung von Shores Gefängniszelle Dokumente zu einem Mordfall aus dem Jahr 1998 gefunden worden. Im Zusammenhang mit der Ermordung der 19-jährigen Studentin Melissa Trotter fanden Beamte Fotos vom Tatort und Kopien von Beweisstücken. Dass Shore im Besitz der Dokumente gewesen sei, könne darauf hindeuten, dass er in irgendeiner Weise mit dem Tod Trotters zu tun gehabt habe, erklärte Bezirksstaatsanwalt Kim Ogg.

Die Staatsanwaltschaft sei «absolut überzeugt von Swearingens Schuld», erklärte Staatsanwalt Brett Ligon in einem Brief an den texanischen Gouverneur Greg Abbott. Wenn jedoch zugelassen werde, dass Shore nach seiner Hinrichtung posthum die Verantwortung für die Tat übernehme, könne dies «einen Schatten auf den Fall Swearingen werfen».

Daher ordnete ein Richter wenige Stunden vor der geplanten Hinrichtung Shores an, diese auszusetzen. Shore hatte im Prozess die vier Morde und die Vergewaltigung gestanden und um seine Hinrichtung gebeten. (rub/sda)

Erstellt: 19.10.2017, 10:53 Uhr

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