Speisewagen statt Minibar-Service

Elvetino prüft eine Alternative zum Minibar-Service auf den ICN-Zügen. Dann werden nur noch ausgewählte Plätze in der 1. Klasse bedient.

In Zukunft wird es sie in ICN-Zügen nicht mehr geben: Elvetino-Minibar in einem Zug. (Archivbild)

In Zukunft wird es sie in ICN-Zügen nicht mehr geben: Elvetino-Minibar in einem Zug. (Archivbild) Bild: Keystone

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«Kalte und warme Getränke, frische Backwaren und ausgesuchte Snacks in über 540 Zügen direkt an den Platz» – so wirbt die SBB-Gastronomietochter Elvetino auf ihrer Website für den Minibar-Service. Doch jetzt soll ebendieser Service schon ab dem 22. April auf den ICN-Zügen vorübergehend eingestellt werden. Dann wird geprüft, ob statt der Minibar in beiden Kompositionen der Züge Speisewagen einzusetzen sind. Reisende der 2. Klasse müssten ihre Snacks und Getränke dann künftig im Speisewagen beziehen.

Bei Elvetino selbst heisst es, es handle sich um einen betrieblichen Test, der drei Monate dauert und bei dem ein neues Bedienungskonzept für ICN-Züge erarbeitet werden soll. Man verspreche sich von diesem neuen Konzept «eine Verbesserung der Dienstleistung» in den ICN-Zügen, schreibt Stefan Wettstein, Human Resources Manager bei Elvetino, in einem Mail, das Tagesanzeiger.ch/Newsnet vorliegt. Man werde eine Auswertung des Tests durchführen und erst dann über das neue Konzept entscheiden.

Speisewagen in beiden Kompositionen

Peter Moor-Trevisan, Mediensprecher der Gewerkschaft SEV, erklärt gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet das Konzept wie folgt: Bisher bestanden die Intercity-Neigezüge aus je zwei Zügen mit 7 Wagen pro Zug, zwischen denen kein Durchgang bestand. Diese zwei Züge, genannt A- und B-Komposition, hatten ein unterschiedliches Bedienungskonzept. In einem der Züge war der Speisewagen für alle offen, während die Reisenden in der 1. Klasse zusätzlich an den Plätzen, die an den Speisewagen angrenzen, bedient wurden.

Im anderen Zug war der Speisewagen geschlossen und sowohl Reisende der 1. als auch der 2. Klasse wurden per Minibar am Platz bedient. Nun soll dieser Service entfallen und in beiden Zügen ein Speisewagen geöffnet werden, während der Service am Platz nur an den angrenzenden Plätzen der 1. Klasse erfolgen soll.

Keiner der Mitarbeiter soll entlassen werden

Das heisst also, künftig werde dasselbe Bedienungskonzept in beiden Zügen angewendet. Laut Moor-Trevisan vom SEV sei der Minibar-Service schon immer am unrentabelsten gewesen, es geschehe nun eine Anpassung der A- und B-Kompositionen aneinander. Die Preise zwischen Minibar-Service und Speisewagen unterscheiden sich dabei nicht beträchtlich, wobei das Angebot aber jeweils etwas variiert.

Der durchgeführte Test sei «beschäftigungsneutral», keiner der Mitarbeiter werde entlassen, heisst es gemäss Informationen, die Tagesanzeiger.ch/Newsnet vorliegen. Vielmehr sollen die etwa 50 bisherigen Minibar-Mitarbeiter umgeschult und auf eine Tätigkeit im Speisewagen vorbereitet werden.

Es stimme, dass keiner der Mitarbeiter entlassen werden soll, bestätigt auf Nachfrage auch Moor-Trevisan vom SEV. Laut der Gewerkschaft vorliegenden Informationen soll die Umschulung freiwillig erfolgen. Diejenigen, die an ihr nicht teilnehmen möchten, sollen in anderen Zügen eingesetzt werden. Sie sollen somit gleich viele Einsätze erhalten wie bisher.

Erstellt: 08.04.2013, 14:48 Uhr

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