Spielschulden – katholischer Pfarrer von Küssnacht gibt Amt ab

Einen Schuldenberg von mehreren Hunderttausend Franken hat ein Innerschweizer Geistlicher angehäuft. Inzwischen ist er verreist.

Rund 50 Personen soll der Pfarrer in Küssnacht SZ um Geld angegangen haben, um die Schulden zu begleichen. Bild: Google

Rund 50 Personen soll der Pfarrer in Küssnacht SZ um Geld angegangen haben, um die Schulden zu begleichen. Bild: Google

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der katholische Pfarrer der Gemeinde Küssnacht SZ hat sein Amt nach über zwei Jahrzehnten niedergelegt. Der Churer Bischof Vitus Huonder entband den Kirchenmann auf dessen Wunsch von den Aufgaben. Schulden hatten den Geistlichen in Schwierigkeiten gebracht.

Der Küssnachter Pfarrer hatte dem Churer Bischof die Demission am Mittwoch letzter Woche angeboten. Gleichentags kündigte der Kirchenrat das Anstellungsverhältnis. Der Geistliche soll die Gemeinde Ende letzter Woche verlassen, schon länger geplante Ferien angetreten haben und an die Fussball-WM nach Russland gereist sein.

Wie aus der am Montag publizierten Mitteilung des Kirchenrats von Küssnacht am Rigi und des Bischöflichen Ordinariats Chur hervorgeht, steckte der Kirchenmann in grösseren Geldschwierigkeiten. Ein Schuldenberg im Umfang von einigen hunderttausend Franken hatte sich aufgetürmt. Rund 50 Personen soll der Pfarrer in Küssnacht um Geld angegangen haben, um die Schulden zu begleichen.

Wegen Spielschulden in Geldnöten

Der Geistliche war bereits in früheren Jahren wegen Spielschulden in Geldnöte geraten und hatte sich beim Bistum selber angezeigt. Von dieser Vorgeschichte hatte der Küssnachter Kirchenrat laut dem Churer Bistum keine Kenntnis.

Der Kirchenrat geht davon aus, dass die Nöte des Pfarrers einerseits auf spekulative Geldanlagen, die zu Verlusten führten, zurückzuführen sind. Andererseits stehen sie höchstwahrscheinlich in Verbindung mit den früheren Spielschulden.

Es sei nicht möglich gewesen, vom Pfarrer die für die Klärung unabdingbare Offenlegung zu erreichen respektive die Übersicht über dessen tatsächliche finanzielle Situation zu erhalten, hiess es. (oli/sda)

Erstellt: 18.06.2018, 22:46 Uhr

Artikel zum Thema

Ein Bistum Zürich wird es nicht geben

Infografik Seit vier Jahrzehnten wird in der Schweiz über die Schaffung neuer Bistümer gestritten. Jetzt zeigt sich, die Pläne werden begraben. Mehr...

Kilchberger Pfarrerin greift höchsten Reformierten an

Die #MeToo-Debatte erreicht die Reformierten: TV-Pfarrerin Sibylle Forrer thematisiert eine heikle Aussage von Gottfried Locher. Mehr...

Vom Knast auf die Kanzel – Pfarrer auf Bewährung

Wie die Kirchgemeinde Melchnau einem Pfarrer eine zweite Chance gibt, der in Drogendelikte verwickelt war. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Festival vereint die verschiedenen Kulturen des Landes: Eine Frau singt und tanzt bei einem Strassenfest in Südafrika in einem traditionellen Kleid. (14. Dezember 2018)
(Bild: Rajesh JANTILAL) Mehr...