Teenager wegen Waldbrand zu 36-Millionen-Busse verurteilt

Ein Jugendlicher aus den USA hat aus Leichtsinn einen riesigen Waldbrand ausgelöst und startet nun mit astronomischen Schulden ins Erwachsenenleben.

200 Quadratkilometer Wald brannten Anfangs September 2017 in der Felsenschlucht Columbia River Gorge.

200 Quadratkilometer Wald brannten Anfangs September 2017 in der Felsenschlucht Columbia River Gorge. Bild: Tristan Fortsch/Keystone

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Der Teenager muss für die Brandstiftung im US-Bundesstaat Oregon eine Entschädigung von exakt 36'618'330 Dollar zahlen. Die Summe sei «eindeutig verhältnismässig, weil sie den finanziellen Schaden, den der Jugendliche verursacht hat, nicht übersteigt», schrieb der Richter des Bezirks Hood River County, John A. Olson, in der Begründung für das drakonische Urteil vom Montag (Ortszeit). Die Höhe der Strafe ergebe sich aus diversen Schäden und den Kosten für die Feuerbekämpfung, hiess es.

Der zur Tatzeit 15 Jahre alte Junge hatte zugegeben, im September in der Schlucht Eagle Creek Canyon im Nordwesten des Landes Feuerwerkskörper angezündet zu haben. Damit löste er einen Grossbrand aus, der sich in der Felsenschlucht Columbia River Gorge über fast 200 Quadratkilometer ausbreitete - eine Fläche, grösser als der Kanton Appenzell Innerrhoden.

Mehr als 1000 Feuerwehrleute waren tagelang im Einsatz gewesen. Medienberichten zufolge fielen mindestens vier Häuser dem Feuer zum Opfer, Hunderte Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Eine Überlandstrasse blieb für zehn Tage gesperrt. Erst Ende November gelang es den Einsatzkräften, das Feuer vollständig unter Kontrolle zu bringen.

Bewährungsstrafe und gemeinnützige Arbeit

Im Februar war der Jugendliche bereits zu einer Bewährungsstrafe von fünf Jahren und fast 2000 Stunden gemeinnütziger Arbeit bei der Forstbehörde verurteilt worden. Er war zusätzlich angewiesen worden, 152 Entschuldigungsbriefe an die vom Brand betroffenen Menschen und Institutionen zu schreiben - darunter auch Wanderer, die in dem Waldgebiet zeitweise von Flammen eingeschlossen gewesen waren.

Der Anwalt des Jungen bezeichnete bei einer Anhörung in der vergangenen Woche die Millionenentschädigung als «absurd» und «absolut albern». Er forderte den Richter auf, eine «vernünftige und angemessene» Summe zu nennen, berichtete die Zeitung «The Oregonian».

Die volle Geldstrafe muss der Junge aber vermutlich nicht berappen: Laut Gesetz darf ein Gericht die Einstellung der Zahlungen nach zehn Jahren anordnen, wenn der Jugendliche seine Bewährung beendet, keine weiteren Straftaten begeht und sich an die Zahlungspläne hält. (sda)

Erstellt: 22.05.2018, 13:09 Uhr

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