Thaiboxer zerschlägt viel Geschirr

Shemsi Beqiri, bisher Trainer des verurteilten Carlos, zofft sich mit dem Kampfsportverband.

Verband wirft ihm Imageschädigung vor: Thaiboxer Semsi Beqiri setzt sich gegen verbale Attacken mit deutlichen Worten zur Wehr.

Verband wirft ihm Imageschädigung vor: Thaiboxer Semsi Beqiri setzt sich gegen verbale Attacken mit deutlichen Worten zur Wehr. Bild: Jan Geerk

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Schwere Zeiten für Shemsi Beqiri. In die Negativschlagzeilen geraten ist der mehrfache Thaibox-Weltmeister, weil er bis vor Kurzem den unter dem Namen Carlos bekannten Gewalttäter trainiert hat. Der Staat mache so aus Carlos eine Killermaschine. Seit bekannt geworden ist, dass der wegen einer Messerstecherei verurteilte 18-Jährige auf Staatskosten Kampf­sportunterricht nehmen durfte, steht dieser Vorwurf im Raum.

Für die heutige Ausgabe hatte die «BaslerZeitung» ein Interview mit Beqiri angekündigt. Darin sollte er über die Arbeit mit Carlos erzählen. Alles war vorbereitet, alles war abgemacht, alles musste über den bekannten Basler Medienanwalt Jascha Schneider laufen. Und dieser machte weitreichende Auflagen. Auflagen, die weit über das für Medien übliche Mass hinausgehen. So sollten die Fragen nicht nur schriftlich eingereicht und innert 24 Stunden beantwortet werden. Anwalt Schneider und sein Klient behielten sich auch vor, Fragen zu streichen. Abschliessend sollte das gesamte Interview mitsamt dem einleitenden Text zur Freigabe vorgelegt werden. Die schriftlichen Fragen wurden denn auch eingereicht – beantwortet indes wurden sie nicht. Alle weiteren Kontaktversuche mit Beqiri und seinem Anwalt schlugen fehl. Tauchstation.

Strafbefehl nach Schlägerei

Viel grösseren Ärger hat Beqiri derzeit aber auf sportlicher Ebene. Schon am Dienstag hatte der Swiss Muay Thai Verband (SMTV) angekündigt, einen Ausschluss des Sportlers zu prüfen. Hintergrund: Am 16. Januar 2012 lieferte sich Beqiri zusammen mit einem seiner Brüder auf offener Strasse eine Schlägerei mit einem anderen Kickboxer. Peter Gill von der Basler Staatsanwaltschaft nannte dazu öffentlich keine Namen, bestätigte jedoch, dass im Fall einer Schlägerei vom selben Datum vor Kurzem zwei Personen wegen einfacher Körperverletzung und Drohung per Strafbefehl verurteilt worden sind.

Der SMTV will von Shemsi Beqiri nun genau wissen, für welche Straftaten er allenfalls verurteilt wurde. Sollte es sich dabei um vorsätzlich begangene Delikte gegen Leib und Leben handeln, wird der SMTV über einen allfälligen Verbandsausschluss befinden. «Das hätte auch zur Folge, dass er nicht mehr an Veranstaltungen unseres Verbands teilnehmen dürfte», so Manzan Gianfranco vom SMTV. Der Beschluss über eine allfällige Sanktion wird voraussichtlich im Dezember gefasst.

Ab sofort ausgeschlossen

Noch einen Schritt weiter gegangen ist bereits der Swiss Combat System (Scos). Auf seiner Internetseite teilt der Verband mit, das Beqiri «ab sofort und für immer» von sämtlichen Scos-Aktivitäten ausgeschlossen sei. Er wird gar als «Schande für den Kampfsport» bezeichnet. Er schade dem Image sämtlicher Kampf­sportarten und es sei zu hoffen, dass alle Kampf- sportverbände dem Vorbild von Scos folgen würden. «Leute mit Pfefferspray zu attackieren und am Boden Liegende mit Fusstritten zu misshandeln, sich für Gewaltverbrecher als ‹Sozialhelfer› aufzuspielen, kann nur mit der vollständigen Verbannung aus der Kampfsportszene bestraft werden», ist zu lesen.

Beqiri seinerseits konterte bereits auf Facebook gegen die Verbandsverantwortlichen. Dort versucht er zu belegen, dass in Tat und Wahrheit er es gewesen sei, der sich von Scos abgewen- det habe. Konkret: «Mit euren unfairen und amateurhaften Veranstaltungen wollen wir nichts mehr zu tun haben!» In der Schweizer Kampfsportszene scheint derzeit dicke Luft zu herrschen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 05.09.2013, 10:01 Uhr

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