Thermounterwäsche und Kerosinheizungen gesucht

Arktische Temperaturen von bis zu 40 Grad unter Null lassen Millionen Menschen in den USA schlottern. Jetzt hilft nur noch hoffen – und besondere Kälteartikel.

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Erst kam der Schnee, dann die Kälte: In weiten Teilen der Vereinigten Staaten sorgt eiskalte Polarluft seit Sonntag für Rekordkälte. Im Mittleren Westen purzelten die Temperaturen bereits in der Nacht zu gestern und sanken etwa in Fargo im Staat North Dakota auf minus 35 Grad. In Madison, Wisconsin, wurden minus 28 Grad gemessen, in Minneapolis im Staat Minnesota minus 26 Grad. Aufgrund eisiger Winde lagen die gefühlten Temperaturen noch niedriger und betrugen laut dem Nationalen Wetterdienst bis zu minus 60 Grad Celsius.

Lähmte die arktische Kälte bisher vor allem das Leben im Mittleren Westen, erreichte die Kaltfront in der Nacht auf heute auch den Nordosten der USA. So erwartete die Millionenmetropole New York binnen 24 Stunden einen Temperatursturz von milden 12 Grad Celsius auf minus 14 Grad.

Auch in den Neuengland-Staaten riefen die Behörden die Bevölkerung auf, sich auf beissende Kälte und eisige Windböen vorzubereiten. Sogar in US-Südstaaten wie Alabama und Georgia wurde in der Nacht mit Temperaturen unter Null gerechnet.

Tausende Flüge gestrichen

Verantwortlich für die amerikanische Tiefkühltruhe ist ein sogenannter «Polar Vortex», der kalte Polarluft bis tief in den US-Süden schaufelt. Wegen der Rekordkälte blieben alle Schulen im Staat Minnesota gestern geschlossen. Mehr als 4300 Flüge mussten im ganzen Land gestrichen werden. Weitere 6500 Flüge seien verspätet gewesen, meldete die Website flightaware.com. Allein am Grossflughafen Chicago O'Hare fielen am Montag 1'200 Flüge aus. Am Sonntag waren dort nahezu 30 Zentimeter Schnee gefallen, gestern sank das Thermometer am Flughafen auf minus 27 Grad.

Die Stadt Indianapolis im Staat Indiana verbot wegen starken Schneefalls erstmals seit 1978 jeglichen privaten Autoverkehr. Auch gestern Abend waren nahezu 30'000 Bewohner bei Temperaturen von minus 25 Grad ohne Strom. Bereits am Sonntag wurde ein Footballspiel in Green Bay im Staat Wisconsin trotz Temperaturen von minus 15 Grad zwischen den Green Bay Packers und den San Francisco 49ers ausgetragen.

Thermo-Unterwäsche gefragt wie Kerosinheizer

Thermo-Unterwäsche ist deshalb ebenso gefragt wie Kerosinheizer, mit denen besonders ärmere Amerikaner ihre Unterkünfte beheizen. In vielen Städten sammelten Hilfsorganisationen und Freiwillige am Sonntag und gestern Obdachlose ein, um sie vor dem Erfrieren zu bewahren. Bereits nach einer halben Stunde können bei den gemessenen Extremtemperaturen Erfrierungen und Hypothermie eintreten. Auch heute wird das Thermometer in weiten Teilen der USA kaum die Nullmarke erreichen. Die eisige Kälte soll nach Vorhersage der Meteorologen zudem die kommenden Tage anhalten.

Mit Material der Agentur SDA ergänzt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.01.2014, 23:45 Uhr

Die US-Behörden warnen vor der Kälte: Wer nicht unbedingt vor die Tür müsse, solle zu Hause bleiben. (Video: Reuters )

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