Trumps «wunderbarer Hund»

Der Belgische Schäferhund Conan spielte beim Aufspüren des Terroristenfürsten Abu Bakr al-Baghdadi eine entscheidende Rolle.

Dieses Foto, das US-Präsident Trump am Montag getwittert hat, zeigt angeblich den Belgischen Schäferhund Conan. Foto: Keystone

Dieses Foto, das US-Präsident Trump am Montag getwittert hat, zeigt angeblich den Belgischen Schäferhund Conan. Foto: Keystone

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Angeblich heisst er Conan. Und Fachleute sagen, er sei ein Belgischer Schäferhund, ein Malinois. Aber das ist nicht bestätigt, denn Conan, wenn er überhaupt ein «er» ist und so heisst, ist Angehöriger der Streitkräfte der USA. Er dient in einer Spezialeinheit, und alle Informationen dazu, wer er ist und was er macht, sind geheim.

Die Welt wüsste auch gar nichts von Conan, hätte nicht Präsident Donald Trump zunächst am Sonntag in einer Pressekonferenz von ihm erzählt und dann am Montag ein Bild von ihm getwittert. Darauf ist ein sitzender, braunschwarzer Hund zu sehen, der ein Geschirr in Tarnfarben trägt. Das, schrieb Trump, sei der «wunderbare Hund», der am Wochenende beim Sturm von US-Truppen auf ein Gebäude in Syrien dabei gewesen und dort in einem Tunnel auf den Terroristen Abu Bakr al-Baghdadi losgegangen sei. Trump zufolge sprengte dieser sich daraufhin aus Angst in die Luft. Dabei sei auch der Hund verletzt worden. Laut Pentagon geht es ihm aber gut, er tue bereits wieder Dienst.

Tiere haben eine lange militärische Tradition

Tiere werden bereits seit Jahrtausenden in Kriegen eingesetzt, sowohl zum Kampf als auch zum Transport und zur Kommunikation. Das wichtigste militärische Nutztier ist ohne Zweifel das Pferd, das jahrhundertelang und in allen Kulturen bewaffnete Reiter in die Schlacht getragen hat. Die Hochzeit der Kavallerie endete im Ersten Weltkrieg. Aber es gibt auch andere Tierarten, die im Lauf der Zeit an die Front geschickt wurden. Hannibal kam mit 37 Elefanten über die Alpen, um Rom zu schlagen. Plinius der Ältere schrieb später, dass laut quiekende Schweine sich als wirksame Waffe gegen Kriegselefanten herausgestellt hätten.

Inoffiziell gilt in der US-Armee die Regel, dass der Hund ein Soldat ist und stets einen Dienstgrad höher steht als der Hundeführer. 

Armeen haben Tauben eingesetzt, um Nachrichten zu übermitteln, und Katzen, um auf Schiffen Ratten zu fangen. Kamele, Ochsen, Maultiere und Esel wurden als Lasten- und Zugtiere verwendet. Im Notfall wurden sie gegessen. Die US-Marine hat abgerichtete Delfine in ihrem Dienst. Versuche der Schweden und Russen, Elche militärisch zu nutzen, scheiterten hingegen.

Mehrere Tausend Diensthunde

Auch Hunde haben eine lange militärische Tradition. Sie haben keltische Krieger in den Kampf begleitet. An der Westfront im Ersten Weltkrieg trugen sie Gasmasken, schleppten Kabelrollen und überbrachten Meldezettel. Sie jagten Ratten in den Schützengräben und spürten Verwundete in den Trichterfeldern auf.

Seit dem Ersten Weltkrieg setzt auch die amerikanische Armee Hunde ein. Ihre Zahl ist mit den Einsätzen im Irak und in Afghanistan auf mehrere Tausend gestiegen. Die Tiere spüren dort unter anderem Sprengstofffallen auf. Dutzende Hunde sind bei dieser gefährlichen Arbeit oder in Gefechten gestorben. Auf mehreren US-Militärstützpunkten gibt es Gedenkstätten für die gefallenen Tiere.

Als militärisch geeignete Hunderassen haben sich Deutsche und Belgische Schäferhunde erwiesen. Die US-Marineinfanterie zieht Golden und Labrador Retriever vor. Offiziell sind die Hunde Eigentum der Armee, wie Stiefel und Helme. Inoffiziell gilt freilich die Regel, dass der Hund ein Soldat ist und stets einen Dienstgrad höher steht als der Hundeführer. Die Tiere können auch Orden erhalten. Und manchmal, nach einem erfolgreichen Einsatz, dürfen sie mit ihrer Einheit den Präsidenten besuchen.

Erstellt: 30.10.2019, 07:44 Uhr

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