US-Gericht verurteilt «Jihad-Jane» zu zehn Jahren Haft

Sie nannte sich selbst «Jihad»-Jane und wollte einen schwedischen Künstler töten, weil er den Propheten Mohammed als Hund dargestellt hatte. Jetzt muss Colleen LaRose für zehn Jahre hinter Gitter.

Hat Tag und Nacht an nichts anderes als den Jihad gedacht: Colleen LaRose in einer Gefängnisaufnahme. (Archivbild)

Hat Tag und Nacht an nichts anderes als den Jihad gedacht: Colleen LaRose in einer Gefängnisaufnahme. (Archivbild) Bild: AP Photo/Tom Green County Jail, File)

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Eine im Internet als «Jihad-Jane» bekannte US-Bürgerin muss wegen Mordplänen gegen einen islamkritischen schwedischen Künstler für zehn Jahre ins Gefängnis.

Das entschied ein Bundesgericht in Philadelphia. Die Staatsanwaltschaft hatte jahrzehntelange Haft für die 50-jährige Colleen LaRose gefordert. Doch das Gericht reduzierte auf Bitten der Regierung die Strafe, weil die Frau umfassend mit der Justiz zusammengearbeitet habe.

Vom Jihad besessen

LaRose hatte zugegeben, mit Komplizen im Jahr 2009 Mordpläne gegen Lars Vilks geschmiedet zu haben, weil dieser in Karikaturen den Propheten Mohammed als Hund dargestellt und damit in der muslimischen Welt wütende Proteste hervorgerufen hatte. Islamische Extremisten im Irak hatten auf seinen Kopf 100'000 Dollar (etwa 91'000 Euro) ausgesetzt. Der Künstler wurde jedoch niemals angegriffen.

Die Anklage hatte LaRose Terrorismus, Verschwörung zum Mord im Ausland, Falschaussage und versuchten Identitätsdiebstahl vorgeworfen. Anfang 2011 bekannte sie sich schuldig. Ein Komplize LaRoses, der seine Schuld ebenfalls einräumte, soll sein Strafmass am Mittwoch erfahren.

Suche nach Geldgebern

Vor Gericht sagte LaRose, sie sei vom Jihad - dem «Heiligen Krieg» - besessen gewesen und habe Tag und Nacht an nichts anderes mehr gedacht. «Ich will nichts mehr mit Jihad zu tun haben». LaRose sass bereits vier Jahre hinter Gittern.

Unter dem Namen «Jihad Jane» hatte LaRose im Internet nach Mitstreitern und Geldgebern für Terrorattacken gesucht. In einer E-Mail soll sie ihre Bereitschaft erklärt haben, «für den Jihad zu töten oder zu sterben». Der Fall hatte in den USA vor allem für Aufsehen gesorgt, weil die blonde Verdächtige US-Bürgerin ist und keinen biografischen Bezug zur islamischen Welt hat.

«Dieser Fall unterstreicht eindeutig die sich verändernde Natur terroristischer Bedrohungen, der wir jetzt in diesem Land gegenüberstehen», erklärte Staatsanwalt Zane David Memeger. «Das Internet hat es für jene, die den amerikanischen Lebensstil angreifen wollen, einfacher gemacht, gleichgesinnte Individuen zu finden, um ihre Terrorpläne auszuführen.» (ajk/AP/AFP)

Erstellt: 06.01.2014, 21:24 Uhr

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