USA grounden Boeing 737 Max wegen «neuer Indizien»

Nach dem tragischen Absturz in Äthiopien mit 157 Todesopfern müssen Maschinen des Flugzeugtyps nun auch in den USA am Boden bleiben.

Trump verkündet: Boeing 737 Max dürfen nun auch in den USA nicht mehr eingesetzt werden. (Video: Twitter/Tamedia)

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Nach dem Flugunglück in Äthiopien müssen Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max nun auch in den USA am Boden bleiben. Die US-Flugaufsichtsbehörde begründete das am Mittwoch mit «neuen Indizien», die am Ort des Absturzes gesammelt worden seien. US-Präsident Donald Trump sagte, das Flugverbot gelte ab sofort. Boeing-Chef Dennis Muilenburg sagte, er unterstütze die Entscheidung.

Die Flugschreiber sollen in Frankreich ausgewertet werden. Dies berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Mittwochabend unter Berufung auf die französische Luftsicherheitsbehörde Bureau d'Enquêtes et d'Analyses (BEA).

Die beiden Flugschreiber sollen am heutigen Donnerstag zur BEA gelangen. Wie die BEA via Twitter weiter mitteilte, hätten die äthiopischen Behörden um Unterstützung gebeten. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Flugschreiber in Europa untersucht werden sollen.

Die beiden Flugschreiber waren am Montag am Absturzort in der Nähe der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba geborgen worden. Die Maschine vom Typ Boeing 737 Max 8 war am Sonntag verunglückt, 157 Menschen kamen dabei ums Leben. Die Absturzursache ist noch unklar, Experten vermuten aber ein technisches Problem bei den Maschinen.

In den vergangenen Tagen war der Druck auf die USA gewachsen, ein Flugverbot für den umstrittenen Flugzeugtyp zu verhängen. Nach China und Indonesien am Montag hatte am Dienstag unter anderem die EU ihren Luftraum für den Maschinentyp gesperrt. Am Mittwoch folgten zunächst unter anderem Neuseeland, Vietnam, Serbien und Ägypten, bis sich schliesslich auch die USA und Kanada anschlossen. US-Präsident Trump sagte, er hoffe, Boeing werde eine Antwort auf die Frage nach der Unfallursache finden. «Bis dahin bleiben die Flugzeuge am Boden», fügte er hinzu.

Die US-Flugaufsichtsbehörde schrieb bei Twitter, neue Indizien vom Absturzort und die Auswertung von Satellitendaten hätten zu der Entscheidung geführt. Auch Kanadas Transportminister Marc Garneau begründete das Flugverbot in seinem Land mit «neuen Daten».

Erste Entschädigungsforderungen

Für Boeing könnten der Absturz und die nun laufenden Ermittlungen zum finanziellen Desaster werden. Am Mittwoch kündigte eine erste Airline, der Billigflieger Norwegian, Entschädigungsforderungen an. Die Fluggesellschaft besitzt 18 Maschinen des Typs 737 Max 8. Ein Unternehmenssprecher sagte am Mittwoch, Norwegian werde Boeing «die Rechnung schicken». Die Airline dürfe nicht finanziell leiden, weil ein komplett neues Flugzeug nicht fliegen könne.

An der New Yorker Börse fielen die Boeing-Aktien, nachdem das US-Flugverbot verkündet wurde, und zogen den Dow Jones mit nach unten. Zwar erholte sich der Kurs im Laufe des Tages wieder ein wenig, im Vergleich zum Zeitpunkt vor dem Absturz hat die Aktie nun aber mehr als zwölf Prozent an Wert verloren.

Die Boeing 737 Max ist erst seit Mai 2017 in Betrieb. Weltweit fliegen rund 370 Maschinen des Typs. Wegen des geringen Spritverbrauchs war das Flugzeug bislang sehr begehrt. Rund 100 Airlines haben bereits mehr als 5000 Maschinen bestellt.

Video: Der Hoffnungsträger der Boeing

Die Boeing 737 Max galt einst als Hoffnungsträger. Nun bleibt sie vorerst am Boden. (TA-Multimedia/Wibbitz/AnjaRuoss) (sep/chk/sda)

Erstellt: 13.03.2019, 19:38 Uhr

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