Über 100 Mafiosi ins Gefängnis geschickt

In einem Prozess gegen die 'Ndrangheta hat die Justiz gegen 110 Angehörige von Italiens gefürchtetster Mafiaorganisation hohe Strafen verhängt. Einer der Bosse brach bei der Urteilsverkündung zusammen.

Verkündeten damals vor der Presse den grossen Schlag gegen die Mailänder 'Ndrangheta: Anti-Mafia-Staatsanwalt Piero Grasso und die Mailänder Staatsanwältin Ilda Boccassini. (13. Juli 2010)

Verkündeten damals vor der Presse den grossen Schlag gegen die Mailänder 'Ndrangheta: Anti-Mafia-Staatsanwalt Piero Grasso und die Mailänder Staatsanwältin Ilda Boccassini. (13. Juli 2010) Bild: Keystone

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In einem grossen Mafia-Prozess hat die italienische Justiz gestern Abend 110 Mafiosi zu langen Haftstrafen verurteilt. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, standen in Mailand insgesamt 119 Angeklagte wegen Mitgliedschaft in der kalabrischen 'Ndrangheta vor Gericht.

Zwei mutmassliche Chefs von Mafia-Clans aus der Region um Mailand, Alessandro Manno und Cosimo Barranca, wurden zu 16 und 14 Jahren Haft verurteilt. Für zwölf Jahre muss der mutmassliche Mailänder 'Ndrangheta-Boss Pasquale Zappia ins Gefängnis. Er erlitt laut Ansa bei der Urteilsverkündung einen Schwächeanfall und wurde ins Spital gebracht.

Gefürchtetste Mafiaorganisation Italiens

Die Angeklagten, die jetzt in Mailand vor Gericht standen, waren im Juli 2010 beim grössten Einsatz der italienischen Polizei gegen die 'Ndrangheta seit 15 Jahren festgenommen worden. Unter den insgesamt mehr als 250 Festgenommenen war damals auch der mutmassliche Chef der kalabrischen Mafiaorganistaion, der damals 80-jährige Domenico Oppedisano.

Die 'Ndrangheta hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zur stärksten und gefürchtetsten Mafiaorganisation Italiens entwickelt. Sie hat ihren Ursprung in der Region Kalabrien an der Stiefelspitze. (ami/sda)

Erstellt: 20.11.2011, 10:45 Uhr

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