Überbucht – Passagier mit Gewalt aus Flugzeug bugsiert

Weil es in einem Flug zu wenig Platz hatte, zwang United vier Passagiere auszusteigen. Das geschah teilweise unfreiwillig.

Weil er die Maschine nicht verlassen wollte, wurde der Arzt mit Gewalt aus dem Flugzeug gezerrt. (Video: Tamedia/Twitter)

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Nachdem ein Passagier in Chicago aus einem Flugzeug gezogen wurde, ist ein Polizist der Flughafenpolizei wegen seines rabiaten Vorgehens beurlaubt worden. Die Behörde für Luftverkehr der Stadt billige ein solches Verhalten nicht, teilte sie in einer Erklärung am Sonntagabend mit.

Ein von anderen Passagieren des Flugs der US-Fluggesellschaft United Airlines gefilmtes Video zeigte, wie der Mann von drei Beamten aus dem Flieger gezogen wurde. Der Vorfall ereignete sich in einer noch parkenden Maschine am internationalen Flughafen von O'Hare und sorgte für Empörung in den sozialen Netzwerken.

Per Zufall Passagiere ausgesucht

Die Fluggesellschaft hatte den Flug von Chicago nach Louisville im US-Staat Kentucky überbucht und benötigte vier freie Sitze für Crew-Mitglieder. Nachdem aber keiner der Fluggäste auf das Angebot, einen späteren Flug zu nehmen und dafür eine Prämie und eine Nacht im Hotel bezahlt zu bekommen, eingehen wollte, wurden per Zufall Passagiere ausgesucht. Drei der Ausgesuchten verliessen das Flugzeug, der Vierte weigerte sich jedoch.

Auf dem Video ist zu sehen, wie die Polizisten den schreienden Mann von seinem Sitzplatz am Fenster erst über die Armlehen ziehen und dann über den Gang aus der Maschine zerren. Welcher der drei zu sehenden Polizisten nun beurlaubt wurde, war zunächst nicht klar.

Vorgehen der Polizisten verärgert United

Die Fluggesellschaft entschuldigte sich nach dem Vorfall. Sie habe ihre eigenen Untersuchungen eingeleitet. Der Geschäftsführer von United Airlines, Oscar Munoz, kündigte am Montag an, sich direkt mit dem betroffenen Mann in Verbindung zu setzen, um mit ihm zu sprechen. Das Vorgehen des Polizisten habe alle bei United verärgert.

In einem Schreiben an Angestellte der Fluggesellschaft unterstützte Munoz jedoch das Vorgehen der Crew. Der Mann habe die Bitten, das Flugzeug zu verlassen, ignoriert. Er sei «Unruhe stiftend und streitlustig» geworden. Deshalb sei es nötig gewesen, die Flughafenpolizei zu rufen. «Unsere Angestellten folgen festen Vorgaben, um mit solchen Situationen umzugehen», schrieb Munoz. Obwohl er den Vorfall bedauere, stehe er jedoch hinter den Angestellten. (AP)

Erstellt: 11.04.2017, 08:24 Uhr

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