«Unsere Brüder wurden erschossen»

Mehrere Augenzeugen berichten von der Bluttat in Neuseeland.

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Sabir Hussain war in der Linwood-Moschee gerade in sein Gebet vertieft, als Schüsse fielen und der Leiter der Moschee schrie: «Unsere Brüder wurden erschossen.» Hussain blieb in Deckung und versteckte sich zuerst im Wasch- und Abstellraum der Moschee, von wo aus er den Angreifer sah. «Ich wusste, ich bin nicht in Sicherheit, sprang aus dem Fenster und versteckte mich hinter einem Zaun, bis die Polizei kam», sagte er dem Newsportal «stuff».

Im Waschraum befand sich auch Syed Ahmed, der sagte, der Täter habe einen schwarzen Motorradhelm und Tarnkleidung getragen und auf seine Freunde geschossen. Einige wurden erschossen. Als der Täter durch die Eingangstür kam und «etwas schrie», das «wegen der anderen Schreie nicht zu hören war», habe er sich «tief am Boden» gehalten, bevor er es in den Nebenraum geschafft habe.

Das «wahllose Schiessen» habe bereits ausserhalb der Moschee begonnen und ging dann drinnen weiter. Unter den Opfern seien mehrere ältere Menschen. Diese sassen für das Nachmittagsgebet auf Stühlen, weil sie nicht knien konnten. Ahmed glaubt, dass sie alle erschossen wurden. Er glaube, mindestens acht erschossene Menschen gesehen zu haben, darunter mindestens drei Frauen und zwei seiner Freunde. Einem sei in den Kopf geschossen worden, sagte er.

«Die Moschee war voller Blut»

«Als wir mit dem Beten anfingen, hörten wir mehrere Schüsse», sagt Idris Khairuddin, ein 14-jähriger Bub, gegenüber «The New Zealand Herald». «Zuerst dachten wir, der Lärm komme von Bauarbeiten. Aber plötzlich begannen Leute zu schreien und rannten weg. Auch ich begann zu rennen, immer weiter weg, über Mauern und Zäune.» Idris blieb beim Attentat unverletzt. Sein Onkel hatte weniger Glück. Der Täter schoss ihm in den Rücken. «Ich hoffe, es ist nicht zu schlimm», sagt Idris.

Auch Azam Ali war in der Moschee, als der Täter angriff: «Zuerst hörten wir die Schüsse vor der Moschee, trotzdem setzten wir unser Gebet fort. Dann war der Täter plötzlich drinnen. Er eröffnete das Feuer, und wir versuchten uns in Deckung zu bringen. Einige Menschen versuchten zu flüchten und wurden dabei erschossen. Als wir nach fünf Minuten unsere Deckung verliessen, lagen überall Leichen auf dem Boden.»

Laut Mohammad Jama waren rund 300 Menschen im Gebetssaal zum Zeitpunkt des Angriffs. «Der Mann schoss einfach in die Menge. Ich kletterte über eine Mauer nach draussen und versteckte mich hinter einem Haus in der Nähe. Die Moschee war voller Blut.»

Erstellt: 15.03.2019, 09:44 Uhr

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