Unwetter in Frankreich: Helfer stürzen mit Helikopter ab

Drei Einsatzkräfte kamen beim Flug zu einem Rettungseinsatz ums Leben. Wegen schweren Unwetter sind in Südfrankreich bereits fünf Menschen gestorben.

Heftige Unwetter: In zahlreichen Regionen gilt noch immer der Notstand. (Video: Tamedia)

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Bei schweren Unwettern in Südfrankreich sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Drei Rettungskräfte starben in der Nacht zu Montag bei einem Helikopter-Absturz, wie das französische Innenministerium mitteilte. Zwei weitere Männer kamen in den Fluten ums Leben.

Das Helikopter-Unglück ereignete sich in den frühen Morgenstunden in der Nähe von Marseille. Der Helikopter mit den drei Insassen verschwand während eines Rettungsfluges vom Radar, wie Innenminister Christophe Castaner mitteilte. Als mögliche Ursache des Unglücks gilt der Nebel in dem bergigen Gebiet.

Die abgestürzten Hilfskräfte wollten Unwetter-Opfern helfen. Mit ihnen verliere Frankreich drei «Alltagshelden, die ihr Leben gegeben haben, um die Franzosen zu beschützen», erklärte Castaner.

Polizisten sichern das Gebiet rund um die Absturzstelle des Helikopters. (2. Dezember 2019) Foto: Guillaume Horcajuelo

Die Regierung sprach den Angehörigen der Toten ihr Beileid aus. Präsident Emmanuel Macron versicherte allen Hilfskräften zudem auf dem Online-Dienst Twitter «die Unterstützung der Nation» für solche gefährlichen Einsätze.

Im Département Var östlich von Marseille kamen am Sonntag zwei weitere Menschen durch die Unwetter ums Leben. Ein Pferdestallbesitzer aus Fréjus starb nach Angaben der Präfektur, als er von den Fluten weggerissen wurde, während er auf seine Tiere aufpasste.

Im Dorf Saint-Paul-en-Forêt wurde demnach ein Schäfer in seinem Allradwagen von Wassermassen fortgerissen, als er eine Furt überqueren wollte. Seine Leiche wurde später in seinem Fahrzeug entdeckt.

Bewohner nutzten Boote, um durch ihr Dorf in Südfrankreich zu kommen. (24. November 2019) Foto: Sebastien Nogier

Die südfranzösischen Départements Var und Alpes-Maritimes waren seit Sonntag von starken Regenfällen heimgesucht worden. Der Wetterdienst Météo France hob die höchste Warnstufe rot aber inzwischen auf. Besonders betroffen waren die Küstengebiete an der französischen Riviera und dort vor allem die beiden beliebten Urlaubsorte Saint-Tropez und Sainte-Maxime und ihre Umgebung.

Nach Angaben der französischen Bahn SNCF wurde der Zugverkehr zwischen den Städten Toulon und Ventimiglia an der italienischen Grenze vorübergehend eingestellt. Auch zwischen Cannes und Grasse fuhren zeitweise keine Züge mehr. Um Avignon herum kam es auf der Schnellstrecke zu Verspätungen.

In Cannes und anderen Städten blieben die Schulen auch am Montag noch geschlossen. Im Département Alpes-Maritime wurden Kulturveranstaltungen abgesagt, Kinos blieben geschlossen. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Waldgebiete zu meiden. In Nizza ertönten Warnsirenen, um die Bewohner zur Wachsamkeit aufzurufen.

Eine Frau reinigt das Trottoir vor ihrem Haus in Cannes. (2. Dezember 2019) Foto: Sebastien Nogier

Ein für Sonntagabend angesetztes Fussballspiel zwischen den Erstligisten AS Monaco und Paris Saint-Germain wurde auf Anweisung der Behörden des Fürstentums abgesagt.

Sintflutartige Regenfälle hatten bereits vor einer Woche im Südosten Frankreichs zu ungewöhnlich schweren Überschwemmungen geführt. Sechs Menschen kamen dabei ums Leben. Strassen verwandelten sich in Flüsse, Schienen wurden überflutet, hunderte Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. (red/sda)

Erstellt: 02.12.2019, 04:52 Uhr

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