Vater von Ferguson-Opfer ruft zu Ruhe auf

Ein Geschworenengericht wird demnächst entscheiden, ob der Todesschütze des schwarzen Jugendlichen Michael Brown angeklagt wird. Ferguson bereit sich auf neue Krawalle vor.

Spricht zu den Menschen von Ferguson: Michael Brown Senior. (Archivbild)

Spricht zu den Menschen von Ferguson: Michael Brown Senior. (Archivbild) Bild: Reuters

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Der Vater des schwarzen Teenagers Michael Brown, dessen Tötung durch einen weissen Polizisten in der US-Kleinstadt Ferguson wochenlange Unruhen ausgelöst hatte, hat die Menschen in der Stadt zur Ruhe aufgerufen. Michael Brown Senior veröffentlichte am Freitag ein kurzes Video, in dem er angesichts der erwarteten Entscheidung über eine Anklage des Todesschützen vor neuen gewaltsamen Protesten warnte.

«Danke, dass Ihr Eure Stimme erhebt, damit Racial Profiling (Polizeimassnahmen aufgrund der Herkunft oder Hautfarbe eines Menschen) und Einschüchterung durch die Polizei aufhören», sagte Brown. «Aber andere zu verletzen oder jemandes Eigentum zu zerstören, ist nicht die Lösung», fügte der Vater hinzu. «Egal was die Grand Jury entscheidet, ich will nicht, dass der Tod meines Sohnes umsonst war.»

(Video: Youtube/STL Forward)

Ausnahmezustand verhängt

Eine sogenannte Grand Jury aus zwölf Geschworenen soll demnächst entscheiden, ob der Polizist Darren Wilson als Todesschütze angeklagt wird. Aus Angst vor neuen Unruhen hatte der Gouverneur des US-Bundesstaates Missouri am Montag über Ferguson den Ausnahmezustand verhängt. Er aktivierte ausserdem die Nationalgarde, um einen Polizeieinsatz bei möglichen Protesten zu unterstützen.

Am Freitag rief US-Justizminister Eric Holder sowohl die Einwohner von Ferguson als auch die Sicherheitskräfte zu Besonnenheit auf. Die Proteste der vergangenen Monate hätten die Aufmerksamkeit auf bestimmte Polizeipraktiken gelenkt sowie auf Voreingenommenheit und Misstrauen zwischen den gesellschaftlichen Gruppen, sagte Holder in einer Videobotschaft. Um den Frieden zu wahren, müsse bereits bei der Wahl der angemessen Uniform begonnen werden, sagte er.

(Video: Youtube/The Justice Department)

Bei den Protesten nach der Tötung Browns war die Polizei mit schwerer Ausrüstung angerückt. Kritikern zufolge wandten die Beamten zudem Gewalt gegen friedliche Demonstranten an.

Hinweise auf baldige Entscheidung

Wilson hatte Brown am 9. August tagsüber auf offener Strasse erschossen. Der Polizist hatte den 18-Jährigen angehalten, weil dieser mit einem Freund mitten auf der Strasse lief. Der Beamte sagte aus, den Teenager nach einem Handgemenge in Notwehr erschossen zu haben. Zeugen wollen allerdings beobachtet haben, dass der unbewaffnete Jugendliche vor seinem Tod die Hände erhoben hatte. Brown wurde von mindestens sechs Kugeln getroffen. Anschliessend lag der leblose Körper stundenlang auf der Strasse, ehe er weggebracht wurde.

Die Grand Jury berät seit Monaten darüber, ob die Beweislage für eine Anklage gegen Wilson ausreicht. In den vergangenen Tagen mehrten sich die Hinweise auf eine baldige Entscheidung. Am Freitag erklärte die Staatsanwaltschaft von St. Louis, es werde bereits die Pressekonferenz für die Verkündung der Entscheidung vorbereitet. Einen Termin gebe es aber noch nicht, die Beratungen seien noch nicht abgeschlossen.

Das FBI entsandte am Freitag fast 100 zusätzliche Agenten in die Stadt im US-Staat Missouri, um die örtliche Polizei zu unterstützen, wie die Behörden mitteilten. Bereits am Montag hatte Gouverneur JayNixon den Notstand verhängt und die Nationalgarde mobilisiert.

Die zusätzlichen Sicherheitskräfte sollen Krawalle wie in den Tagen nach der Erschiessung des 18-jährigen Browns verhindern helfen. (chk/sda/AP)

Erstellt: 22.11.2014, 04:07 Uhr

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