Venedig hat mit Rekord-Ebbe zu kämpfen

Der Wasserstand liegt rund 70 Zentimeter unter dem Meeresspiegel und gefährdet den Schiffsverkehr: Die Lagunenstadt Venedig bangt um ihr Markenzeichen.


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Zwar wird Venedig immer wieder von starken Pegelschwankungen heimgesucht. Doch der aktuelle Wasserstand überrascht selbst die Bewohner der Lagunenstadt. Zwischen den alten Palazzo-Fassaden herrscht eine Ebbe wie lange nicht mehr.

Fast neun Jahre ist es her, dass sich das Wasser letztmals so stark zurückgezogen hat. 66 bis 70 Zentimeter unter dem Meeresspiegel habe das Niveau damals betragen, zitiert «Spiegel Online» die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Die niedrigsten je gemessenen Werte gab es 1934, als der Pegel bei 121 Zentimetern unter dem Meeresspiegel lag.

Vaporetti umgeleitet

Vor allem in den schmalen Kanälen ist derzeit nur noch Schlick zu sehen. Die Gondeln liegen am Ufer auf matschigem Grund. Einige Linien der Vaporetti seien bereits auf den Canal Grande umgeleitet worden, der immer noch Wasser führt, schreibt «La Repubblica». In den kleinen Seitenarmen können derzeit keine Boote navigieren.

Gemäss «Spiegel Online» sieht das Seeamt trotzdem keinen ernsthaften Anlass zur Sorge. Die Ebbe wirke sich regelmässig auf Venedigs Wasserstrassen aus, nur sei das aktuelle tiefe Niveau eben selten.

Silvester bleibt trocken

Normalerweise hat Venedig eher mit zu viel Wasser zu kämpfen. Bei «acqua alta» verwandelt sich der Markusplatz schnell einmal in einen See. Allein im Januar und Februar 2016 hat es sieben Mal Hochwasser mit einem Pegel von über 110 Zentimetern gegeben.

In Venedig hofft man jetzt darauf, dass das Wasser wieder steigt. Laut der Gezeitenvorhersage bleibt es an Silvester allerdings noch trocken: Die Werte sollen erst am Sonntag wieder auf ein normales Niveau klettern.

(chi)

Erstellt: 31.12.2016, 03:48 Uhr

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