Vietcong-Soldat erhält nach 47 Jahren Arm zurück

Nguyen Quang Hung musste 1966 nach einer US-Offensive seinen Arm amputieren. Nun erhält der Vietnam-Kämpfer sein für immer verloren geglaubtes Körperteil zurück – von einem amerikanischen Arzt.

Der Arzt und sein einstiger Patient: Sam Axelrad (rechts) übergibt Nguyen Quang Hung die Überreste seines Arms.

Der Arzt und sein einstiger Patient: Sam Axelrad (rechts) übergibt Nguyen Quang Hung die Überreste seines Arms. Bild: Keystone

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Ein amerikanischer Arzt hat einem Ex-Soldaten in Vietnam seinen 1966 amputierten Arm zurückgebracht. Sam Axelrad traf seinen einstigen Patienten Nguyen Quang Hung, der damals gegen die US-Armee kämpfte, heute erstmals nach 47 Jahren.

Der Vietcong-Soldat war seinerzeit nach einer US-Offensive in An Khe im Hochland in die Hände der Amerikaner gefallen. Er hatte eine schwere Schussverletzung am Arm. «Es war klar, dass er operiert werden musste, aber wir konnten ihn nirgends hinschicken», erzählte heute Axelrad. Er operierte und nahm den einstigen Feind als Patienten in dem Feldlazarett auf.

Arm aus Draht

«Ich hatte erst Angst», sagte Hung. «Aber nachdem mich Doktor Sam behandelt hat, war ich beruhigt.» Das Pflegerteam um Axelrad hob die Knochen damals auf, bastelte mit Draht daraus wieder einen Arm und gab ihn dem Arzt als Erinnerung an die Operation.

Axelrad, der sich nach dem Krieg als Urologe in Texas niederliess, fand die Knochen vor ein paar Jahren in einer alten Armeekiste und beschloss, sie nach Vietnam zurückzubringen. Eine vietnamesische Zeitung berichtete über Axelrads Suche nach dem Patienten, und ein Verwandter von Hung meldete sich schliesslich.

Hung hofft nach 35 Jahren endlich auf eine Invalidenrente, wie er berichtete. Die Behörden lehnten seinen Antrag ab, weil er bisher nicht beweisen konnte, dass er den Arm im Krieg verloren hatte. (mrs/sda)

Erstellt: 01.07.2013, 14:25 Uhr

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