Wer will diese Bin-Laden-Villa kaufen?

Bis zum 11. September 2001 wohnte Osama Bin Ladens Bruder in einer Villa im US-Staat Florida. Seither steht das Objekt zum Verkauf. Bisher ohne Erfolg.

Für 1,6 Millionen Dollar zu haben: Chalil Bin Ladens Villa in Florida.

Für 1,6 Millionen Dollar zu haben: Chalil Bin Ladens Villa in Florida. Bild: Keystone

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Herrschaftliche Villa im mediterranen Stil zu verkaufen, mit fünf Schlafzimmern, Ziegeldach, Bogenfenstern und -türen und einem Hauch von Grusel: Das Anwesen im US-Staat Florida gehörte früher einem Bruder des Terrorpaten Osama Bin Laden.

Chalil Bin Laden, eines von 54 Geschwistern des Al-Qaida-Chefs, kaufte das Haus 1980 für 1,6 Millionen Dollar. Doch nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verliessen der wohlhabende Geschäftsmann und seine Familie ihr Feriendomizil fluchtartig unter Polizeischutz, weil sie Racheakte befürchteten. Seitdem steht das Anwesen aus den 20er-Jahren leer.

Die Immobilie liegt in einer ruhigen Ortschaft rund 30 Kilometer westlich von Orlando. Sie verfügt über einen Swimmingpool, Stallungen und eine separate Vierergarage. Vandalen und das feuchte Klima in Florida haben dem Anwesen etwas zugesetzt, doch die Maklerin versichert, dass es leicht wieder zu altem Glanz aufpoliert werden kann. Verkaufspreis: 1'999'000 US-Dollar.

Käufer ging pleite

Als der Familienname noch Wohlstand und Ansehen bedeutete, tollten Chalil Bin Ladens Kinder auf dem Grundstück herum und spielten am angrenzenden See. Seit dem 11. September 2001 sind die Fenster mit Brettern vernagelt. Im Februar 2006, auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms in Florida, verkaufte Chalil Bin Laden laut Grundbuch die Villa für vier Millionen Dollar an einen Geschäftsmann. Der ging später bankrott und wurde wegen Betruges zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Schliesslich ging das Haus in die Zwangsvollstreckung. Die Maklerin Autumn Norris-Makin versucht seit einem Jahr, das Anwesen an den Mann zu bringen. Kürzlich wurde es vom Wirtschaftsmagazin «Forbes» zu den «gruseligsten leer stehenden Villen» in den USA gezählt.

Trotz der gehobenen Preisvorstellung bestehe grosses Interesse, berichtet Norris-Makin. Ein Interessent erwäge, eine Frühstückspension daraus zu machen. «Es ist ein fantastisches Objekt», sagt die Maklerin. «Aber das Geld haben derzeit nicht viele. Wenn jeder wüsste, dass die Wirtschaft wieder anspringt, wäre es im Handumdrehen verkauft.» (mrs/dapd)

Erstellt: 06.05.2011, 14:04 Uhr

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